Zeitalter nach der europäischen Epocheneinteilung der Geschichtswissenschaft. Sie werden aus dem Datum eines Eintrags berechnet und sind ein Zeitband: Ein Eintrag aus China oder Mesoamerika liegt im selben Band, gehört deshalb aber nicht zur europäischen Geschichte.
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1918
Der Waffenstillstand von Compiègne beendet den Ersten Weltkrieg
Am 11. November 1918 um fünf Uhr morgens unterzeichnen deutsche und alliierte Vertreter in einem Eisenbahnwagen bei Compiègne den Waffenstillstand. Um elf Uhr schweigen die Waffen. Die Bedingungen kommen einer Kapitulation gleich. -
1919
Versailler Vertrag 1919 stellt Kaiser Wilhelm II. unter Anklage
Am 28. Juni 1919 unterzeichnete das Deutsche Reich in Versailles den Friedensvertrag. Er stellte Wilhelm II. unter Anklage und verlangte die Auslieferung mutmaßlicher Kriegsverbrecher, doch beides lief ins Leere. -
1925
Genfer Protokoll verbietet 1925 Giftgas, nicht aber dessen Besitz
Am 17. Juni 1925 wurde in Genf das Protokoll unterzeichnet, das den Einsatz von Giftgas und bakteriologischen Mitteln im Krieg verbietet. Entwicklung, Herstellung und Besitz solcher Waffen ließ es zu. -
1928
Briand-Kellogg-Pakt: 15 Staaten verzichten 1928 auf den Krieg
Am 27. August 1928 verzichteten in Paris fünfzehn Staaten auf den Krieg als Mittel der nationalen Politik. Folgen bei einem Verstoß sah der Pakt nicht vor; in Nürnberg wurde er zur Grundlage für die Strafbarkeit des Angriffskriegs. -
1939
Einstein-Szilárd-Brief warnt Roosevelt vor Bomben neuen Typs
Ein auf den 2. August 1939 datierter Brief Albert Einsteins warnte Präsident Roosevelt, Uran könne den Bau von Bomben eines neuen Typs ermöglichen. Roosevelt setzte daraufhin ein Komitee für Uran ein. -
1939
Der Überfall auf Polen beginnt den Zweiten Weltkrieg
Am 1. September 1939 griff die Wehrmacht Polen an — mit einem Kriegsgrund, den die SS am Vorabend in Gleiwitz selbst inszeniert hatte. Sieben Jahre später nannte der Nürnberger Militärgerichtshof diesen Krieg einen Angriffskrieg. -
1945
Trinity-Test: In New Mexico explodiert 1945 die erste Atombombe
Am 16. Juli 1945 zündeten die USA in der Wüste von New Mexico die Plutoniumbombe „Gadget“, die erste Atombombe der Welt. Die Sprengkraft lag bei 21 Kilotonnen, mehr als vorhergesagt. -
1945
Eine Atombombe zerstört Hiroshima
Am Morgen des 6. August 1945 wirft ein amerikanischer Bomber die erste im Krieg eingesetzte Atombombe über Hiroshima ab. Die Angaben zu Uhrzeit, Sprengkraft und Opferzahl gehen zwischen den Quellen deutlich auseinander — die Größenordnung nicht. -
1946
Der Internationale Militärgerichtshof verkündet die Nürnberger Urteile
Am 30. September und 1. Oktober 1946 verkündet der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg seine Urteile. Er verhängt zwölf Todesstrafen und sieben Haftstrafen und spricht drei Angeklagte frei. Zum ersten Mal werden Staatsführer persönlich völkerrechtlich zur Verantwortung gezogen. -
1949
Genfer Konventionen 1949: Vier Abkommen schützen auch Zivilisten
Am 12. August 1949 wurden in Genf die vier Genfer Konventionen angenommen. Sie schützen Verwundete, Schiffbrüchige, Kriegsgefangene und Zivilpersonen und sind heute von allen Staaten ratifiziert. -
1949
RDS-1: Sowjetunion zündet 1949 ihre erste Atombombe
Am 29. August 1949 zündete die Sowjetunion auf dem Testgelände Semipalatinsk ihren ersten Kernsprengsatz, RDS-1. Sie war damit nach den USA der zweite Staat mit Atomwaffen. -
1962
Chruschtschow lenkt in der Kubakrise ein
Dreizehn Tage lang stehen sich im Oktober 1962 zwei Atommächte gegenüber, weil die Sowjetunion Raketen auf Kuba stationiert hat. Am 28. Oktober sagt Chruschtschow den Abzug zu — im Gegenzug für einen Teil der Vereinbarung, der geheim bleibt. -
1998
Das Rom-Statut schafft einen ständigen Strafgerichtshof
Am 17. Juli 1998 wird in Rom mit 120 gegen 7 Stimmen bei 21 Enthaltungen das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs angenommen. Es tritt 2002 in Kraft. Russland, die USA und China gehören bis heute nicht dazu. -
2002
Die Nationale Sicherheitsstrategie der USA erklärt den vorbeugenden Angriff zur Option
Im September 2002 veröffentlichte die Regierung Bush eine Sicherheitsstrategie, nach der die USA feindlichen Handlungen notfalls zuvorkommen wollten. Das sollte auch gelten, wenn Zeit und Ort eines Angriffs ungewiss seien. Kritiker sahen darin den Schritt von der Abwehr eines bevorstehenden Angriffs zum Präventivkrieg. -
2003
Die Invasion des Irak beginnt ohne Mandat des Sicherheitsrats
Am 20. März 2003 griffen die USA und Großbritannien den Irak an, ohne dass der UN-Sicherheitsrat sie dazu ermächtigt hatte. Ob Resolution 1441 dafür ausreichte, blieb umstritten — Untersuchungen in den Niederlanden und Großbritannien verneinten es später. -
2003
Colin Powell legt dem Sicherheitsrat Belege für irakische Massenvernichtungswaffen vor
Am 5. Februar 2003 legte US-Außenminister Colin Powell dem UN-Sicherheitsrat vor, was irakische Massenvernichtungswaffen belegen sollte. Er zeigte Satellitenbilder, Zeugenaussagen und ein Fläschchen. Eine Untersuchungskommission stellte später fest, dass die Angaben zu mobilen Biowaffenlaboren von einem Informanten stammten, der sie erfunden hatte. -
2021
Der Atomwaffenverbotsvertrag tritt in Kraft
Am 22. Januar 2021 tritt der Vertrag über das Verbot von Kernwaffen in Kraft. Für seine Vertragsstaaten sind Besitz, Stationierung und Drohung erstmals ausdrücklich völkerrechtlich verboten. -
2023
Ein Haftbefehl gegen ein amtierendes Staatsoberhaupt
Am 17. März 2023 erlässt der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Wladimir Putin und Maria Lwowa-Belowa wegen der Deportation ukrainischer Kinder. Russland ist kein Vertragsstaat — zuständig ist das Gericht trotzdem. -
2026
Mit New START endet die vertragliche Obergrenze für die größten Atomarsenale
Am 5. Februar 2026 läuft New START aus, der letzte Vertrag, der die strategischen Kernwaffen der USA und Russlands begrenzte. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert gibt es dafür keine verbindliche Obergrenze. -
2026
Den Haag verurteilt einen Kommandeur der Séléka wegen Folter in Bangui
Am 23. September 2026 spricht der Internationale Strafgerichtshof Mahamat Said Abdel Kani der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Begangen wurden sie 2013 in einer Haftanstalt in Bangui. Von den Kriegsverbrechen spricht er ihn frei.