Wie Footnoted belegt: drei Quellen, eine Fußnote, der Wortlaut dahinter
Eine Selbstauskunft: Diese Seite beschreibt das Archiv aus eigener Sicht und hat deshalb keine fremden Quellen. Die Zahlen setzt der Build bei jeder Veröffentlichung aus dem Bestand ein.
Footnoted ist ein Archiv aus 743 Einträgen in 26 Bereichen, von der Künstlichen Intelligenz bis zur Religion. Jeder Eintrag beschreibt ein Ereignis, und jeder Satz seines Textes trägt eine Fußnote, die zu einer Quelle mit Titel, Herausgeber und Adresse führt. Das ist keine Absicht, die man sich vornimmt, sondern eine Bedingung: Vor jeder Veröffentlichung prüft ein Schema jeden Eintrag, und einer, der sie verletzt, hält die ganze Veröffentlichung an.
Drei Quellen sind das Maß
Ein Eintrag gilt als belegt, wenn ihn mindestens drei voneinander unabhängige Quellen tragen; von den 743 Einträgen sind es derzeit 738. Bei genau zwei Quellen steht ein Eintrag als teilbelegt im Archiv, sagt das auf seiner Seite, und die dritte Quelle wird gesucht — derzeit gilt das für 5. Bei einer Quelle oder keiner entsteht kein Eintrag. Das ist ein erwünschtes Ergebnis einer Recherche, kein Fehlschlag.
Die Kernaussage — der erste Absatz, der sagt, was geschehen ist — braucht zwei verschiedene Belege, auch wenn am Ende sechs Quellen stehen. Ein Eintrag, dessen Kern auf einer einzigen Quelle ruht, ist genauso verlässlich wie diese eine Quelle.
Was „unabhängig“ heißt
Zwei Quellen auf derselben Website sind keine zwei Belege; das prüft ein Skript. Drei Zeitungsartikel, die dieselbe Pressemitteilung abschreiben, sind ebenfalls nur einer. Ein Skript erkennt das, wenn der Titel der Quelle die Agentur oder die Mitteilung nennt, und es warnt, wenn zwei Zitate gleich lauten. Darüber hinaus bleibt es ein Urteil, ob Quellen voneinander unabhängig berichten, und es wird für jeden Eintrag einzeln gefällt, bevor er ins Archiv kommt.
Der Satz neben der Quelle
Zu jeder Fußnote gehört eine Belegstelle: der Satz aus dem Eintrag und daneben der Wortlaut der Quelle, der ihn trägt — im Original, nicht übersetzt. 12.773 solcher Belegstellen liegen im Repository; ältere Einträge, die vor dieser Regel entstanden, haben noch keine. Ein Prüflauf hält jede Belegstelle gegen den Text: Steht der Satz wörtlich im Eintrag? Steht jede Zahl des Satzes auch im Zitat?
Daraus folgt die Regel, an der die meisten Fehler hängen bleiben: Wer das Zitat nicht findet, hat den Beleg nicht. Dann wird der Satz auf das zurückgeschnitten, was die Quelle hergibt, oder er fällt.
Vier Fragen an jede Angabe
Die meisten Fehler stecken nicht in der Quelle, sondern zwischen Quelle und Satz. Deshalb geht keine Angabe in einen Eintrag, bevor diese vier Fragen beantwortet sind:
- Bezug — worauf bezieht sich die Zahl in der Quelle? Teilnehmer oder Unterzeichner, der erste Tag oder „nach einem Monat“, die Teilstrecke oder der ganze Kanal.
- Zuschreibung — sagt die Quelle das selbst, oder gibt sie wieder, was jemand anderes gesagt hat? Dann steht dessen Name im Satz.
- Rechenweg — steht die Zahl so in der Quelle? Eine Summe, die keine Quelle nennt, ist eine eigene Rechnung und wird als solche erkennbar gemacht oder weggelassen.
- Eindeutigkeit — lässt die Stelle mehr als eine Lesart zu? Dann wird sie nicht stillschweigend aufgelöst.
Widerspruch wird gezeigt, nicht geglättet
Wenn Quellen sich widersprechen, wählt der Text nicht still eine Variante. Er nennt beide, mit Herkunft, und die Abweichung steht zusätzlich in einem eigenen Feld, das auf der Seite sichtbar ist. 100 Einträge tragen derzeit eine Abweichung, die noch auf eine Antwort wartet. Lässt die Forschung selbst die Frage offen, wird sie so gekennzeichnet und nicht weiter gesucht. Sie ist dann kein Mangel, sondern der Befund: Eine Frage, die die Forschung offen lässt, ist hier offen.
Dasselbe gilt für Daten. Ein Datum ist so genau, wie zwei unabhängige Quellen übereinstimmen, und nicht genauer. Einigen sie sich nur auf ein Jahrhundert, zeigt die Seite „4. Jahrhundert“ statt eines Tages, den niemand kennt. Einträge, die vor dieser Regel entstanden und noch keine Genauigkeit tragen, führt der Lückenbericht.
Keine Werbung im Text
Die Einträge verzichten auf Superlative und Werbesprache. Ein Ereignis, das einen Eintrag wert ist, trägt sich selbst; ein „bahnbrechend“ ist meist ein fehlender Beleg. Zulässig ist die belegte Aussage über eine Wirkung — „wurde als Meilenstein wahrgenommen“ —, wenn eine Quelle sie trägt, die nach dem Ereignis geschrieben wurde. Die Prüffrage dazu lautet nicht „steht da ein verbotenes Wort?“, sondern „wer behauptet das hier?“
Was noch nicht so ist
Ein Teil der Einträge stammt aus der Zeit vor diesen Regeln. Sie sind überarbeitet, tragen aber weiter ihre Herkunft, und einige zitieren noch die Wikipedia. Was im Archiv offen ist — teilbelegte Einträge, Quellen, die sich nicht mehr öffnen lassen, nie gegengeprüfte Einträge —, steht auf der Transparenzseite, und ein Lückenbericht macht daraus die nächste Arbeitsliste.
Wie die Recherche selbst abläuft und welchen Teil davon Sprachmodelle übernehmen, beschreibt Was KI in Footnoted tut — und was nicht.
Worauf diese Seite sich stützt
Statt fremder Quellen: die Dateien im Repository, aus denen die Aussagen und Zahlen stammen.
src/schema.ts— die Regeln, die der Prüflauf vor jeder Veröffentlichung erzwingtdata/belege/— die Belegstellen — zu jeder Fußnote der Satz und der Wortlaut der Quelle.claude/commands/research.md— das Verfahren, nach dem recherchiert und verifiziert wirddata/quellen.json— der Prüfstand jeder zitierten Quelle
Text zuletzt gegen den Stand geprüft: .