Zeitalter nach der europäischen Epocheneinteilung der Geschichtswissenschaft. Sie werden aus dem Datum eines Eintrags berechnet und sind ein Zeitband: Ein Eintrag aus China oder Mesoamerika liegt im selben Band, gehört deshalb aber nicht zur europäischen Geschichte.
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1991
Haber und Stornetta verketten digitale Zeitstempel
1991 beschrieben Stuart Haber und W. Scott Stornetta im Journal of Cryptology, wie sich belegen lässt, wann ein digitales Dokument entstand. Dazu dienen Bescheinigungen, die jeweils auf die vorige verweisen. Das Bitcoin-Whitepaper stützt sich auf drei ihrer Arbeiten. -
1994
DigiCash verschickt die erste elektronische Barzahlung
Am 27. Mai 1994 ging bei DigiCash in Amsterdam die erste Zahlung mit elektronischem Bargeld über das Netz. Das Verfahren dahinter machte Zahlungen für die Bank unlesbar — und brauchte trotzdem eine Bank. -
1997
Hashcash macht Rechenzeit zum Briefporto
Am 28. März 1997 kündigt Adam Back ein Verfahren an, das dem Absender einer E-Mail eine kleine, sofort nachprüfbare Rechenarbeit abverlangt. Die Ankündigung erscheint auf der Cypherpunks-Liste. Elf Jahre später trägt dasselbe Prinzip ein Geldsystem. -
1998
b-money beschreibt Geld, das aus Rechenarbeit entsteht
Im November 1998 veröffentlichte Wei Dai einen Entwurf für ein Zahlungssystem ohne Mittelsmann, in dem Geld durch das Lösen von Rechenaufgaben entsteht. Zehn Jahre später steht der Text als Quelle [1] im Literaturverzeichnis des Bitcoin-Whitepapers. -
2004
RPOW: Hal Finney macht Hashcash-Token weitergebbar
Am 15. August 2004 stellte Hal Finney RPOW vor: einen Server, der Hashcash gegen signierte Token tauschte, die sich weitergeben ließen. Dass der Betreiber nicht betrügt, sollte eine Kryptokarte belegen, deren Software jeder prüfen konnte. -
2008
Das Bitcoin-Whitepaper erscheint auf einer Mailingliste
Unter dem Namen Satoshi Nakamoto erscheint am 31. Oktober 2008 auf einer Kryptografie-Mailingliste ein Aufsatz über ein Zahlungssystem ohne Bank. Darin sichert ein Rechennachweis die Reihenfolge der Zahlungen. Wer dahinter steht, ist bis heute unbekannt. -
2009
Der erste Block der Bitcoin-Blockchain entsteht
Am 3. Januar 2009 wird Block 0 erzeugt, mit einer Zeitungsschlagzeile im Code und einer Belohnung von 50 Bitcoin, die sich nicht ausgeben lässt. Bis zum nächsten Block vergehen sechs Tage. -
2010
Zwei Pizzen für 10.000 Bitcoin
Am 22. Mai 2010 meldet ein Programmierer im Forum Bitcointalk, er habe 10.000 Bitcoin gegen zwei Pizzen getauscht. Es ist die erste dokumentierte Bezahlung einer Ware mit Bitcoin — und damit der erste Beleg, dass die Einheiten einen Gegenwert haben. -
2012
Der XRP Ledger startet mit einer Währung, die niemand schürfen kann
2012 wurde der XRP Ledger fertiggestellt. Seine Währung entsteht nicht durch Rechenarbeit: Der Quellcode erzeugte beim Start einmalig 100 Milliarden XRP, von denen 80 Milliarden an das Unternehmen gingen und 20 Milliarden an die drei Gründer. -
2014
Mt. Gox meldet Insolvenz an — 850.000 Bitcoin fehlen
Die damals größte Bitcoin-Börse beantragt am 28. Februar 2014 in Tokio Gläubigerschutz. 850.000 Bitcoin sind verschwunden, davon 750.000 von Kunden. Als Ursache nennt das Unternehmen zunächst einen Softwarefehler; ein internes Papier spricht von jahrelangem Diebstahl. -
2015
Ethereum geht mit einer Blockchain in Betrieb, die Programme ausführt
Am 30. Juli 2015 nahm das Ethereum-Netzwerk mit der Version Frontier den Betrieb auf. Anders als Bitcoin verbucht es nicht nur Überweisungen, sondern führt Programme aus, die jeder auf der Kette ablegen kann. Das Release war ausdrücklich unfertig und richtete sich an Entwickler. -
2016
Der Angriff auf The DAO spaltet Ethereum in zwei Ketten
2016 werden rund 3,6 Millionen Ether aus dem Anlagevehikel The DAO abgezogen. Die Mehrheit korrigiert den Vorgang mit einem Hard Fork; eine Minderheit führt die unveränderte Kette als Ethereum Classic weiter. -
2017
Der Streit um die Blockgröße spaltet Bitcoin
Am 1. August 2017 trennt sich Bitcoin Cash bei Block 478.559 von Bitcoin ab. Der Streit ging nicht um einen Fehler, sondern um eine Zahl — wie viele Daten ein Block tragen darf, und damit, wofür das Netz gut sein soll. -
2020
Die amerikanische Börsenaufsicht verklagt Ripple wegen unregistrierter Wertpapiere
Am 22. Dezember 2020 verklagte die SEC Ripple Labs sowie die Manager Bradley Garlinghouse und Christian Larsen. Der Vorwurf: Sie hätten mit dem Verkauf von XRP über 1,3 Milliarden Dollar eingenommen, ohne die Papiere zu registrieren. -
2021
El Salvador macht Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel
Am 7. September 2021 tritt in El Salvador das Bitcoin-Gesetz in Kraft — als erstes Land der Welt schreibt der Staat die Annahme einer Kryptowährung vor. Dreieinhalb Jahre später nimmt das Parlament die Annahmepflicht auf Verlangen des Internationalen Währungsfonds zurück. -
2022
Ethereum stellt auf Proof-of-Stake um und senkt seinen Stromverbrauch
Am 15. September 2022 wechselt Ethereum die Konsensregel: Statt Rechenleistung entscheiden hinterlegte Einlagen darüber, wer den nächsten Block schreibt. Der Stromverbrauch des Netzes fällt dadurch um mehr als 99,8 Prozent — die Schätzungen dazu gehen allerdings auseinander. -
2022
Die Kryptobörse FTX bricht zusammen
Am 11. November 2022 beantragt FTX Gläubigerschutz nach Chapter 11; über acht Milliarden US-Dollar Kundeneinlagen fehlen. Die US-Aufsichtsbehörden werfen dem Gründer vor, Kundengelder jahrelang an seinen eigenen Handelsfonds weitergereicht zu haben. -
2023
Ripple-Urteil: XRP ist je nach Verkauf Wertpapier oder nicht
Am 13. Juli 2023 entschied Richterin Analisa Torres, dass XRP als Token für sich genommen kein Wertpapier ist. Entscheidend sei, wie verkauft wurde: Die Verkäufe an institutionelle Anleger waren nicht registrierte Wertpapiergeschäfte, die über Börsen dagegen nicht. -
2024
Die SEC lässt Bitcoin-Fonds an die Börse
Am 10. Januar 2024 genehmigt die US-Börsenaufsicht elf börsengehandelte Produkte, die Bitcoin unmittelbar halten. Ihr Vorsitzender schreibt dazu, gebilligt habe die Behörde nichts — sie sehe nur keinen tragfähigeren Weg mehr. -
2024
Die EU-Verordnung über Kryptowerte wird vollständig anwendbar
Seit dem 30. Dezember 2024 gilt die Verordnung (EU) 2023/1114 in vollem Umfang. Wer in der Union Dienstleistungen rund um Kryptowerte anbietet, braucht seither eine Zulassung — ein halbes Jahr zuvor galt das bereits für Stablecoins. -
2025
GENIUS Act: Die USA regeln Stablecoins 2025 per Bundesgesetz
Am 18. Juli 2025 unterzeichnete Donald Trump den GENIUS Act, das erste Bundesgesetz der USA für Zahlungs-Stablecoins. Es verlangt volle Deckung durch Reserven, verbietet Zinsen an die Inhaber und teilt die Aufsicht zwischen Bund und Staaten.