El Salvador macht Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel
Am 7. September 2021 tritt in El Salvador das Bitcoin-Gesetz in Kraft — als erstes Land der Welt schreibt der Staat die Annahme einer Kryptowährung vor. Dreieinhalb Jahre später nimmt das Parlament die Annahmepflicht auf Verlangen des Internationalen Währungsfonds zurück.
Am 7. September 2021 trat in El Salvador das Bitcoin-Gesetz in Kraft.1 Als erstem Land der Welt wurde Bitcoin dort neben dem US-Dollar .1 Präsident Nayib Bukele begründete den Schritt mit finanzieller Teilhabe, effizienteren Überweisungen und mehr privaten Investitionen, vor allem in neue Technologien.2
Die Annahme war nicht freigestellt: Wer Waren oder Dienstleistungen anbot, musste Bitcoin akzeptieren, und auch Steuern ließen sich damit begleichen.3 Der Staat stellte dazu die Wallet Chivo bereit.2,3
In der Praxis blieb die Nutzung gering.1,2,4 Eine Erhebung ergab, dass acht von zehn Salvadorianern Bitcoin nicht benutzten; nur ein Prozent aller Überweisungen lief über Kryptowerte.2 Eine Erhebung von 2024 kam auf 92 Prozent, die die Kryptowährung nicht für Zahlungen einsetzten.4 Zwischen Januar und Juli 2026 entfielen 41,11 Millionen US-Dollar auf Überweisungen in Kryptowährungen — 0,69 Prozent aller Überweisungen.1
Am 29. Januar 2025 hob das Parlament die Annahmepflicht mit 55 Stimmen auf;3,7 dagegen stimmten zwei Abgeordnete.3 Die Annahme ist seither freiwillig und auf Private beschränkt; Verbindlichkeiten des Staates sind in der Währung zu begleichen, in der sie eingegangen wurden.5,6 Ob Bitcoin weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel ist, beschreiben die Quellen unterschiedlich;3,4 der frühere Präsident der Zentralbank hält dagegen, ein gesetzliches Zahlungsmittel könne man nicht ablehnen.4 Der Staat zog sich aus dem Betrieb der Chivo-Wallet zurück; nach Angaben des IWF vom September 2026 führt sie ein privater Betreiber, der Staat hält eine Minderheitsbeteiligung.3,1 Die Änderungen wurden am 30. Januar 2025 im Amtsblatt veröffentlicht und sollten 90 Tage danach, im Mai 2025, in Kraft treten.6
Anlass war eine Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds über einen Kredit von 1,4 Milliarden US-Dollar, zu deren Bedingungen die Rücknahme gehörte.2,4 Einen Verkauf seiner Bitcoin-Bestände hat der Staat nicht angekündigt: Sie lagen im September 2026 bei 7.764 Bitcoin.1
Siehe auch
- Das Bitcoin-Whitepaper erscheint auf einer Mailingliste 2008 Das Papier beschrieb ein System ohne Staat — hier führte es einer ein.
- Die Kryptobörse FTX bricht zusammen 2022 Im selben Jahr zerbrach das größte private Gegenstück zum staatlichen Versuch.
Hierher verwiesen
- Die SEC lässt Bitcoin-Fonds an die Börse 2024 Zwei Wege staatlicher Anerkennung: dort als Zahlungsmittel, hier als Anlageprodukt.
- Die Kryptobörse FTX bricht zusammen 2022 Der staatliche Versuch lief weiter, während die größte private Börse zerbrach.