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In einem Wohnhaus in Nippur lernen im 18. Jahrhundert v. Chr. Schreiber Keilschrift und Sumerisch

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterAltertum

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Im babylonischen Nippur diente das Wohnhaus „House F“ nach Eleanor Robson in den 1740er Jahren v. Chr. als Schreiberschule. Über tausend Tafeln zeigen, wie dort Keilschrift, Listen und sumerische Literatur gelernt wurden.

In der babylonischen Stadt Nippur diente nach der Assyriologin Eleanor Robson in den 1740er Jahren v. Chr. ein kleines Wohnhaus als Schreiberschule, das die Forschung „House F“ nennt.1 Sie datiert das anhand von Haushaltsurkunden aus dem Haus und setzt die Schulzeit unmittelbar nach der Regierung Hammurabis.1 Ausgegraben wurden dort Anfang der 1950er Jahre über tausend Tafeln, meist in Bruchstücken.1 Dass in altbabylonischer Zeit, etwa 2000 bis 1500 v. Chr., viel Unterricht in Privathäusern stattfand, schließt Steve Tinney aus dem archäologischen Befund; Schulräume seien nur wenige identifiziert.2 Auch die Tafeln aus den Nachkriegsgrabungen in Nippur stammen nach Tinney vor allem aus Privathäusern.2

Die Schreiberschule hieß , nach der World History Encyclopedia „Haus der Tafeln“.3 Etwa die Hälfte der Tafeln aus House F sind nach Robson Übungen des Elementarunterrichts, vom Ziehen einzelner Keile bis zu ganzen Sätzen in literarischem Sumerisch.1 Die übrigen rund 500 Tafeln enthalten sumerische Literatur oder Auszüge daraus, darunter Epen über Gilgamesch und Lugalbanda.1 Von jedem Werk der sogenannten Dekade, einer Gruppe von zehn literarischen Texten, fanden sich im Haus rund zwanzig Abschriften.1 Auf der häufigsten Übungstafel aus Nippur stand links der Mustertext des Lehrers, rechts schrieb der Schüler ihn wiederholt ab und löschte ihn wieder.2 Die meisten dieser Tafeln enthalten Wort- und Namenslisten, manche Multiplikationstabellen oder Sprichwörter.2

Die Tafeln aus House F wurden nach Robson als Baumaterial wiederverwendet.1 Tinney nennt den plötzlichen und gewaltsamen Untergang der Stadt im Jahr 1722 v. Chr.2 Nach EBSCO wurde Nippur um 1720 v. Chr. nach einer Katastrophe vollständig verlassen, deren Art nicht geklärt ist; manche Historiker vermuten, dass der Euphrat seinen Lauf änderte.4 Die Ruinen der Schreiberschule in Nippur und der Bibliothek Assurbanipals in Ninive haben nach der World History Encyclopedia einen großen Teil dessen geliefert, was über sumerische Literatur und das mesopotamische Bildungswesen bekannt ist.3

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