Im 18. Jahrhundert v. Chr. regelt der Codex Hammurabi, wie Bier ausgeschenkt und bezahlt wird
Die Gesetzesstele Hammurabis aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. regelt in vier Paragraphen das Geschäft der Frauen, die Bier ausschenken. Sie bestraft eine Wirtin, die statt Getreide Geld annimmt, und droht mit dem Tod; was § 108 genau bestraft, lesen die Quellen unterschiedlich.
Die Gesetzesstele des babylonischen Königs Hammurabi regelt in den Paragraphen 108 bis 111 das Geschäft von Frauen, die Bier ausschenken.4 Die Stele, heute im Louvre, stammt aus Hammurabis Regierungszeit von 1792 bis 1750 v. Chr.2,3 Die Sammlung umfasst bis zu 300 Gesetze, darunter solche über Streit beim Bierbrauen.3 Gefunden wurde die Stele in Susa.2 Ein elamischer Herrscher hatte sie im 12. Jahrhundert v. Chr. dorthin gebracht.3
Nach § 108 wird eine Schankwirtin ins Wasser geworfen, wenn sie für das Getränk kein Getreide annimmt, sondern Geld, und der Preis des Getränks dabei unter dem des Getreides liegt.1 § 109 bedroht sie mit dem Tod, wenn sich in ihrem Haus Verschwörer treffen und sie diese nicht dem Gericht ausliefert.1 Nach § 110 wird eine „Schwester eines Gottes“ verbrannt, wenn sie eine Schenke eröffnet oder zum Trinken betritt.1 Martha Roth übersetzt die Frau als , die nicht im Kloster wohnt.4 In Roths Übersetzung von § 111 erhält eine Wirtin, die ein Gefäß Bier womöglich als Darlehen ausgibt, bei der Ernte 50 Sila Getreide.4
Die World History Encyclopedia sieht darin eine Strafe für Wirtinnen, die gegen Geld zu kleine Mengen ausschenkten und so ihre Kunden betrogen.5 In Roths Übersetzung liegt das Vergehen darin, dass die Wirtin statt Getreide nur Silber annimmt und so den Wert des Biers gegenüber dem Getreide mindert.4 Bier wurde gewöhnlich getauscht und nicht gegen Geld verkauft.5
Nach S. J. van Wyk sieht die Mehrheit der Forschung darin ein Verbot unsittlichen Verhaltens oder einen Schutz der Keuschheit der nadītu.4 Roth versteht ihn als wirtschaftliche Regel, die der nadītu verbietet, den Geldverleih der Wirtinnen zu überflügeln.4 Van Wyk selbst schlägt vor, dass das Verbot Steuerhinterziehung verhindern sollte.4
Siehe auch
- Arbeit Im 18. Jahrhundert v. Chr. legt der Codex Hammurabi Löhne für Feldarbeiter, Tagelöhner und Handwerker fest 1750 v. Chr. Dieselbe Stele setzt Löhne fest, auch sie in Getreide bemessen.
- Ein englisches Statut bindet um 1266 Brot und Bier an den Preis des Getreides 1266 Dreitausend Jahre später bindet ein englisches Statut den Bierpreis wieder an das Getreide.
- Reinheitsgebot: Bayern erlaubt 1516 nur Gerste, Hopfen und Wasser 1516 Auch das Reinheitsgebot regelt Bier per Gesetz, dort Zutaten und Preis.
- Kunst Schutruk-Nahhunte bringt die Naram-Sin-Stele als Beute nach Susa 1155 v. Chr. Wie die Stele als Kriegsbeute nach Susa kam, wo man sie fand.
Hierher verwiesen
- Kunst Schutruk-Nahhunte bringt die Naram-Sin-Stele als Beute nach Susa 1155 v. Chr. Die Gesetze auf der Stele, die Schutruk-Nahhunte nach Susa brachte.
- Bildung In einem Wohnhaus in Nippur lernen im 18. Jahrhundert v. Chr. Schreiber Keilschrift und Sumerisch 1740 v. Chr. Robson setzt die Schule unmittelbar nach der Regierung Hammurabis, aus der der Codex stammt.
- Jiahu: Getränk aus Reis, Honig und Früchten gärt um 7000 v. Chr. 7000 v. Chr. Fünf Jahrtausende später regelte Babylon, wie Bier ausgeschenkt und bezahlt wird.
- Shubayqa 1: Jäger und Sammler backten vor 14.400 Jahren Brot vor ca. 14.400 Jahren Im Alten Orient wird aus angebautem Getreide später Bier, und Gesetze legen fest, wie viel Getreide es kostet.