Ebla-Archiv bewahrt im 24. Jh. v. Chr. zweisprachige Wortlisten
Im Palast G von Ebla im heutigen Syrien lag im 24. Jahrhundert v. Chr. ein Archiv mit sumerisch-eblaitischen Wörterbüchern. Ob dort eine Schule bestand, ist umstritten.
Im Palast G von Ebla lag ein Archiv aus dem 24. Jahrhundert v. Chr.1,2 Ebla liegt im heutigen Syrien, und am Tell Mardikh gräbt eine Expedition der Universität Rom La Sapienza.4,2 Unter den Texten sind zweisprachige Wörterbücher, die Hunderte sumerischer Wörter mit ihrer Entsprechung im Eblaitischen verzeichnen.1,4 Das große sumerisch-eblaitische Wörterbuch ist in Ebla in mehreren Abschriften erhalten.1
Die lexikalischen Listen dienten in Ebla als Zeichenverzeichnisse, mit denen man die Keilschrift lernte, und zugleich als eine Art Wörterbuch des Sumerischen.2 Sie gehen auf mesopotamische Listen zurück, wie man sie aus älteren Orten wie Uruk und Fara kennt, und zeigen, wie die Keilschrift aus Mesopotamien nach Syrien kam.2 Der Ausgräber Paolo Matthiae sah in den lexikalischen und literarischen Texten einen Beleg für Schulen, die eng an die zentrale Verwaltung gebunden waren.3 Die Ankündigung eines Vortrags von Paola Paoletti hält dagegen fest, dass die Archive nur sehr wenige typische Schultexte enthalten, wie man sie aus Babylonien kennt.2 Ein Zweck im Unterricht sei deshalb nur anzunehmen, und in Format und Aufbewahrung wichen die Listen von den Schultraditionen Mesopotamiens ab.2
Im Palast fanden die Ausgräber 1975 rund 15.000 Tafeln und Bruchstücke.3 Eine andere Darstellung nennt 1974 als Fundjahr und zählt etwa 2.000 vollständige oder fast vollständige Tafeln und etwa 10.000 Bruchstücke.1 Gebaut wurde der Palast wahrscheinlich um 2400 v. Chr., zerstört um 2250 v. Chr.3 Der Ausgräber hielt zwei Möglichkeiten offen für die Zerstörung: Sargon von Akkad um 2300 v. Chr. oder Naram-Sin von Akkad um 2250 v. Chr.3 Erwogen wird auch ein Brand, der außer Kontrolle geriet.1
Siehe auch
- Fara-Tafeln aus Šuruppak halten um 2600 v. Chr. Wortlisten fest 2600 v. Chr. Die Listen aus Ebla gehen auf mesopotamische Vorbilder wie die aus Fara zurück.
- In Uruk entstehen am Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. die ersten Wortlisten der Keilschrift 3200 v. Chr. Am Anfang der Überlieferung, aus der auch die Listen von Ebla stammen.
- Ugarit bildet Schreiber mit einem Wörterbuch in drei Sprachen aus 1250 v. Chr. Ein Jahrtausend später lernten Schreiber in Syrien wieder mit mehrsprachigen Listen.
Hierher verwiesen
- Ugarit bildet Schreiber mit einem Wörterbuch in drei Sprachen aus 1250 v. Chr. Ein Jahrtausend früher standen in Syrien schon zweisprachige Wortlisten im Archiv.
- Schulgi-Hymne B: Ein König von Ur rühmt seine Schulzeit 2090 v. Chr. Zweisprachige Listen gab es schon in Ebla, Jahrhunderte vor der zweisprachigen Abschrift dieser Hymne.
- Arbeit Berufsliste aus Uruk ordnet um 3200 v. Chr. Ämter nach ihrem Rang 3200 v. Chr. Auch in Ebla wurde die Berufsliste abgeschrieben.