Fara-Tafeln aus Šuruppak halten um 2600 v. Chr. Wortlisten fest
In Fara, dem antiken Šuruppak, fanden Ausgräber 1902/03 Tontafeln aus der Zeit um 2600 v. Chr., darunter Wortlisten. Fast alle nennen Schreiber und gelten als Schultexte; ob Schüler sie schrieben, ist umstritten.
In Fara, dem antiken Šuruppak, grub die Deutsche Orient-Gesellschaft 1902 und 1903 unter Robert Koldewey und Walter Andrae.2,3 Die Tafeln aus Fara gaben zum ersten Mal Einblick in Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Literatur der frühdynastischen Zeit, die nach dem Fundort auch Fara-Zeit heißt.2 Die Zeit reicht nach der einen Quelle etwa von 2600 bis 2475 v. Chr.,2 nach der anderen etwa von 2600 bis 2500 v. Chr.3 Aus den früheren Grabungen liegen rund 900 Tontafeln vor.2
Fara lieferte viele gelehrte Texte und die frühesten literarischen Werke, die aus Mesopotamien bekannt sind, etwa Sprichwörter und Weisheitsliteratur.1 Ein Teil der Wortlisten setzt Listen fort, die schon aus den archaischen Tafeln von Uruk bekannt sind.1 Weil die frühdynastischen Fassungen gut erhalten sind, bilden sie die Grundlage, um die älteren Listen zu rekonstruieren.1 Wie die Listen aus Uruk weitergegeben wurden, lässt sich aus den Quellen nicht nachzeichnen.1 Die Funde aus Tell Abu Salabikh, die erst in den frühen 1970er Jahren hinzukamen, zeigen dort weitgehend dasselbe Textprogramm wie in Fara.1
Die gelehrte Arbeit lässt sich einzelnen Personen zuordnen, deren Namen im Kolophon stehen; ein solches trägt fast jede Tafel aus Šuruppak.3 1923 veröffentlichte Anton Deimel Tafeln aus Fara unter dem Titel „Schultexte aus Fara“.3 Historiker halten die lexikalischen und mathematischen Texte aus Šuruppak meist für Schultexte, wie schon dieser Titel zeigt.3 Biggs wandte 1974 ein, sie könnten eher Werke von Gelehrten sein als Übungen junger Schüler.3
Siehe auch
- In Uruk entstehen am Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. die ersten Wortlisten der Keilschrift 3200 v. Chr. Die Listen aus Uruk, deren Fassungen in Fara wiederkehren.
- In einem Wohnhaus in Nippur lernen im 18. Jahrhundert v. Chr. Schreiber Keilschrift und Sumerisch 1740 v. Chr. Gut acht Jahrhunderte später ist in Nippur ein Haus belegt, in dem Schreiber ausgebildet wurden.
- Literatur Unterweisungen des Schuruppak sind um 2500 v. Chr. aufgeschrieben 2500 v. Chr. Dieselbe frühe Gelehrtenkultur, aus der die ältesten literarischen Texte stammen.
- Rechentechnik Plimpton 322 hält um 1800 v. Chr. Zahlen im Sechzigersystem fest 1800 v. Chr. Unter den Fara-Tafeln steht auch eine mathematische Tabelle; Plimpton 322 zeigt die spätere Rechenkunst der Schreiber.
Hierher verwiesen
- Ebla-Archiv bewahrt im 24. Jh. v. Chr. zweisprachige Wortlisten 2350 v. Chr. Die Listen aus Ebla gehen auf mesopotamische Vorbilder wie die aus Fara zurück.
- Rechentechnik Šuruppak-Tafeln rechnen im 26. Jh. v. Chr. Gerste und Flächen 2600 v. Chr. Dieselben Grabungen in Fara, dort mit den Wortlisten und der Frage, ob Schüler die Tafeln schrieben.