--- id: schultexte-fara-suruppak-2600-v-chr title: Fara-Tafeln aus Šuruppak halten um 2600 v. Chr. Wortlisten fest date: -2599-01-01 datePrecision: century dateSources: - s2 - s3 summary: >- In Fara, dem antiken Šuruppak, fanden Ausgräber 1902/03 Tontafeln aus der Zeit um 2600 v. Chr., darunter Wortlisten. Fast alle nennen Schreiber und gelten als Schultexte; ob Schüler sie schrieben, ist umstritten. themeId: theme-schreiberausbildung-in-mesopotamien wikidata: - id: Q392725 name: Šuruppak seeAlso: - id: archaische-wortlisten-uruk-3200-v-chr note: Die Listen aus Uruk, deren Fassungen in Fara wiederkehren. - id: schreiberschule-house-f-nippur-1740-v-chr note: >- Gut acht Jahrhunderte später ist in Nippur ein Haus belegt, in dem Schreiber ausgebildet wurden. - area: literatur id: unterweisungen-schuruppak-2500-v-chr note: >- Dieselbe frühe Gelehrtenkultur, aus der die ältesten literarischen Texte stammen. - area: rechentechnik id: plimpton-322-1800-v-chr note: >- Unter den Fara-Tafeln steht auch eine mathematische Tabelle; Plimpton 322 zeigt die spätere Rechenkunst der Schreiber. verification: verified sources: - key: s1 title: Lexical texts in the scribal centres of Mesopotamia publisher: Cuneiform Digital Library Initiative (CDLI), Universität Oxford url: https://cdli.ox.ac.uk/wiki/lexical_texts_in_the_scribal_centres_of_mesopotamia accessedAt: '2026-10-12' - key: s2 title: Fara fieldwork — Research History publisher: Lehrstuhl für Vorderasiatische Archäologie, LMU München url: https://www.en.vorderas-archaeologie.uni-muenchen.de/research/fara-fieldwork/index.html accessedAt: '2026-10-12' - key: s3 title: >- Early-Dynastic tables from Southern Mesopotamia, or the multiple facets of the quantification of surfaces (Preprint zu Michel/Chemla, Springer 2020) publisher: arXiv url: https://arxiv.org/pdf/2011.03406 accessedAt: '2026-10-12' disputed: - claim: Ende der Fara-Zeit (Frühdynastisch IIIa) positions: - value: etwa 2475 v. Chr. source: s2 - value: etwa 2500 v. Chr. source: s3 resolution: >- Beide setzen den Beginn um 2600 v. Chr.; das Ende hängt an der gewählten Chronologie, s3 folgt ausdrücklich den Schätzungen der CDLI nach der mittleren Chronologie. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: bildung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-12' --- In Fara, dem antiken Šuruppak, grub die Deutsche Orient-Gesellschaft 1902 und 1903 unter Robert Koldewey und Walter Andrae.[^s2][^s3] Die Tafeln aus Fara gaben zum ersten Mal Einblick in Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Literatur der frühdynastischen Zeit, die nach dem Fundort auch Fara-Zeit heißt.[^s2] Die Zeit reicht nach der einen Quelle etwa von 2600 bis 2475 v. Chr.,[^s2] nach der anderen etwa von 2600 bis 2500 v. Chr.[^s3] Aus den früheren Grabungen liegen rund 900 Tontafeln vor.[^s2] Fara lieferte viele gelehrte Texte und die frühesten literarischen Werke, die aus Mesopotamien bekannt sind, etwa Sprichwörter und Weisheitsliteratur.[^s1] Ein Teil der Wortlisten setzt Listen fort, die schon aus den archaischen Tafeln von Uruk bekannt sind.[^s1] Weil die frühdynastischen Fassungen gut erhalten sind, bilden sie die Grundlage, um die älteren Listen zu rekonstruieren.[^s1] Wie die Listen aus Uruk weitergegeben wurden, lässt sich aus den Quellen nicht nachzeichnen.[^s1] Die Funde aus Tell Abu Salabikh, die erst in den frühen 1970er Jahren hinzukamen, zeigen dort weitgehend dasselbe Textprogramm wie in Fara.[^s1] Die gelehrte Arbeit lässt sich einzelnen Personen zuordnen, deren Namen im Kolophon stehen; ein solches trägt fast jede Tafel aus Šuruppak.[^s3] 1923 veröffentlichte Anton Deimel Tafeln aus Fara unter dem Titel „Schultexte aus Fara“.[^s3] Historiker halten die lexikalischen und mathematischen Texte aus Šuruppak meist für Schultexte, wie schon dieser Titel zeigt.[^s3] Biggs wandte 1974 ein, sie könnten eher Werke von Gelehrten sein als Übungen junger Schüler.[^s3] Ende der Datei: 3 Quellen.