In Uruk entstehen am Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. die ersten Wortlisten der Keilschrift
Unter den ältesten Tafeln aus Uruk, um 3200 v. Chr., stehen Listen von Berufen, Waren und Tieren. Sie gelten als frühestes Zeugnis der Schreiberausbildung; der deutlichste Beleg dafür ist jünger.
Die meisten Tontafeln der späten Uruk-Zeit, ab etwa 3200 v. Chr., sind Verwaltungsabrechnungen oder Wirtschaftsurkunden; einige aber sind Listen von Wörtern für Beamte, Waren und Tiere.2 Zwei dieser lexikalischen Listen, „Archaic Lu A“ und „Officials“, zählen vor allem Beamte und Fachleute der zentralen Einrichtungen der Stadt auf.3 Die Phase Uruk IV reicht etwa von 3350 bis 3250 v. Chr., Uruk III etwa von 3250 bis 3000 v. Chr.3 Schon Adam Falkenstein bemerkte 1936, dass die lexikalischen Texte aus Uruk vom Ende des 4. Jahrtausends Entsprechungen unter den Gelehrtentexten aus Fara haben.1
Fast das gesamte archaische Korpus ist in späteren Abschriften in ganz Mesopotamien und darüber hinaus erhalten.1 Für das 3. Jahrtausend sind drei Fundorte besonders wichtig: Fara, das antike Šuruppag, Tell Abu Salabikh und Ebla.1 Die frühdynastischen Fassungen der archaischen Wortlisten sind meist in mehr als einer Abschrift überliefert.1 Wie die Uruk-Listen weitergegeben wurden, lässt sich aus den Quellen jedoch nicht rekonstruieren.1 Auch die Uruk-IV- und die Uruk-III-Fassung von „Archaic Lu A“ unterscheiden sich; auf diese Unterschiede weist Bartash mit einer Arbeit von Johnson aus dem Jahr 2015 hin.3
Nach einem Nachschlageartikel bei Encyclopedia.com sind sie das früheste Zeugnis eines geregelten Unterrichts: Junge Schreiber hätten sie genau abschreiben müssen.2 Einen deutlichen Fall für den Gebrauch im Unterricht nennt Wagensonner im Wiki der CDLI erst aus frühdynastischer Zeit, die Tafel DP 337, vermutlich aus Girsu: Sie gleicht späteren Schultafeln mit der Vorlage des Lehrers und der Abschrift des Schülers.1 blieben bis zum Ausgang der Keilschrifttradition in den ersten Jahrhunderten n. Chr. die Grundlage der Schreiberausbildung.2
Siehe auch
- In einem Wohnhaus in Nippur lernen im 18. Jahrhundert v. Chr. Schreiber Keilschrift und Sumerisch 1740 v. Chr. Rund anderthalb Jahrtausende später die erste Schule, deren Unterricht sich an einem Ort und an Tafeln nachweisen lässt.
- Literatur Assurbanipal sammelt im 7. Jahrhundert v. Chr. in Ninive eine Bibliothek aus Tontafeln 650 v. Chr. Lexikalische Listen dienten nach der CDLI auch noch am Hof des assyrischen Königs als Nachschlagewerk.
Hierher verwiesen
- Ebla-Archiv bewahrt im 24. Jh. v. Chr. zweisprachige Wortlisten 2350 v. Chr. Am Anfang der Überlieferung, aus der auch die Listen von Ebla stammen.
- Literatur Unterweisungen des Schuruppak sind um 2500 v. Chr. aufgeschrieben 2500 v. Chr. Dieselben frühen Fundorte, Fara und Abu Salabikh, liefern auch die Wortlisten, an denen Schreiber lernten.
- Fara-Tafeln aus Šuruppak halten um 2600 v. Chr. Wortlisten fest 2600 v. Chr. Die Listen aus Uruk, deren Fassungen in Fara wiederkehren.
- Arbeit Berufsliste aus Uruk ordnet um 3200 v. Chr. Ämter nach ihrem Rang 3200 v. Chr. Dieselben Listen aus der Sicht des Unterrichts: wie Schreiber an ihnen lernten.
- Rechentechnik Uruk: Proto-Keilschrift zählt je nach Gut in eigenen Zahlsystemen 3200 v. Chr. Aus denselben Schichten in Uruk stammen die ersten Wortlisten.
- Arbeit Glockentöpfe aus Uruk gelten als Rationsschalen für Arbeiter 3500 v. Chr. Aus derselben Stadt und Zeit stammen die ersten Schrifttafeln, deren Getreidemaß mit den Schalen zusammenhängen dürfte.