--- id: archaische-wortlisten-uruk-3200-v-chr title: >- In Uruk entstehen am Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. die ersten Wortlisten der Keilschrift date: -3199-01-01 datePrecision: century dateSources: - s2 - s3 summary: >- Unter den ältesten Tafeln aus Uruk, um 3200 v. Chr., stehen Listen von Berufen, Waren und Tieren. Sie gelten als frühestes Zeugnis der Schreiberausbildung; der deutlichste Beleg dafür ist jünger. themeId: theme-schreiberausbildung-in-mesopotamien seeAlso: - id: schreiberschule-house-f-nippur-1740-v-chr note: >- Rund anderthalb Jahrtausende später die erste Schule, deren Unterricht sich an einem Ort und an Tafeln nachweisen lässt. - area: literatur id: bibliothek-assurbanipal-650-v-chr note: >- Lexikalische Listen dienten nach der CDLI auch noch am Hof des assyrischen Königs als Nachschlagewerk. verification: verified sources: - key: s1 title: Lexical texts in the scribal centres of Mesopotamia (K. Wagensonner) publisher: Cuneiform Digital Library Initiative (CDLI Wiki) url: https://cdli.ox.ac.uk/wiki/lexical_texts_in_the_scribal_centres_of_mesopotamia accessedAt: '2026-10-08' - key: s2 title: Education for Scribes publisher: Encyclopedia.com url: https://www.encyclopedia.com/history/news-wires-white-papers-and-books/education-scribes accessedAt: '2026-10-08' - key: s3 title: >- Age, Gender and Labor: Recording Human Resources in 3350–2500 BC Mesopotamia (V. Bartash, AOAT 440) publisher: Institut für Assyriologie und Hethitologie, LMU München url: https://www.assyriologie.uni-muenchen.de/personen/ehemalige_ma/bartash/publ_bartash/bartash_2018_aoat_440.pdf accessedAt: '2026-10-08' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: bildung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-08' --- Die meisten Tontafeln der späten Uruk-Zeit, ab etwa 3200 v. Chr., sind Verwaltungsabrechnungen oder Wirtschaftsurkunden; einige aber sind Listen von Wörtern für Beamte, Waren und Tiere.[^s2] Zwei dieser lexikalischen Listen, „Archaic Lu A“ und „Officials“, zählen vor allem Beamte und Fachleute der zentralen Einrichtungen der Stadt auf.[^s3] Die Phase Uruk IV reicht etwa von 3350 bis 3250 v. Chr., Uruk III etwa von 3250 bis 3000 v. Chr.[^s3] Schon Adam Falkenstein bemerkte 1936, dass die lexikalischen Texte aus Uruk vom Ende des 4. Jahrtausends Entsprechungen unter den Gelehrtentexten aus Fara haben.[^s1] Fast das gesamte archaische Korpus ist in späteren Abschriften in ganz Mesopotamien und darüber hinaus erhalten.[^s1] Für das 3. Jahrtausend sind drei Fundorte besonders wichtig: Fara, das antike Šuruppag, Tell Abu Salabikh und Ebla.[^s1] Die frühdynastischen Fassungen der archaischen Wortlisten sind meist in mehr als einer Abschrift überliefert.[^s1] Wie die Uruk-Listen weitergegeben wurden, lässt sich aus den Quellen jedoch nicht rekonstruieren.[^s1] Auch die Uruk-IV- und die Uruk-III-Fassung von „Archaic Lu A“ unterscheiden sich; auf diese Unterschiede weist Bartash mit einer Arbeit von Johnson aus dem Jahr 2015 hin.[^s3] Nach einem Nachschlageartikel bei Encyclopedia.com sind sie das früheste Zeugnis eines geregelten Unterrichts: Junge Schreiber hätten sie genau abschreiben müssen.[^s2] Einen deutlichen Fall für den Gebrauch im Unterricht nennt Wagensonner im Wiki der CDLI erst aus frühdynastischer Zeit, die Tafel DP 337, vermutlich aus Girsu: Sie gleicht späteren Schultafeln mit der Vorlage des Lehrers und der Abschrift des Schülers.[^s1] Lexikalische Listen blieben bis zum Ausgang der Keilschrifttradition in den ersten Jahrhunderten n. Chr. die Grundlage der Schreiberausbildung.[^s2] Ende der Datei: 3 Quellen.