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Uruk: Proto-Keilschrift zählt je nach Gut in eigenen Zahlsystemen

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ZeitalterUrgeschichte

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Die ältesten Tafeln in Proto-Keilschrift aus Uruk halten Mengen in mehreren Zahlsystemen fest. Welches galt, hing davon ab, was gezählt oder gemessen wurde.

Die ältesten Texte in entstanden gegen Ende des 4. Jahrtausends v. Chr.3 Englund datierte ihre Phasen Uruk IV und Uruk III 2001 zusammen auf etwa 3200 bis 3000 v. Chr.1 Eine Unicode-Eingabe von 2019 setzt dagegen Uruk IV auf etwa 3350 bis 3200 und Uruk III auf etwa 3200 bis 3000 v. Chr. an.2 Die meisten Tafeln dieser frühen Phase fand das Deutsche Archäologische Institut bei seinen Grabungen in Uruk im Süden Babyloniens.2 Das Korpus der Proto-Keilschrift umfasst rund 6000 Texte und Fragmente.13 Die meisten davon sind Urkunden der Wirtschaftsverwaltung, die für die Buchführung Zahlen festhalten.23

Für die Zahlen verwendeten die Schreiber mehrere Systeme, und jedes galt für bestimmte Arten von Dingen.2 Neben einem Sexagesimal- und einem Bisexagesimalsystem für zählbare Dinge gab es eigene Systeme für Hohlmaße und eines für die Zeit.2 Manche Zeichen kamen in mehreren Systemen vor.2 Zwischen den Zeichen N1 und N14 liegt im Sexagesimal-, im Bisexagesimal- und im EN-System der Faktor 10, im ŠE-System der Faktor 6.2 Getreideprodukte erfassten die Texte der Zeit Uruk III und Jemdet Nasr in der Regel mit einem vom ŠE-System abgeleiteten Zahlsystem.4 Eine Zeichenliste von 2019 führt 95 Zahlzeichen und Varianten neben 1742 weiteren Zeichen.2

Den Tafeln gingen kleine Zählkörper aus Ton voraus, die Denise Schmandt-Besserat „tokens“ nannte, um ihre Rolle in der Buchführung zu betonen.1 Einfache Zählkörper fanden sich in Tonkugeln eingeschlossen, die aus der Zeit unmittelbar vor den ersten proto-keilschriftlichen Texten stammen.1 Viele der eingedrückten Zahlzeichen entsprachen solchen Zählkörpern in Form und Funktion.1 Für Damerow war die Proto-Keilschrift nur der letzte Schritt einer langen Entwicklung von Verwaltungsmitteln, zu denen Zählkörper, genormte Gefäße und Siegel gehörten.3

Die Datierung bleibt unsicher, weil die Tafeln in Schuttschichten außerhalb einer gesicherten Stratigraphie lagen.2 Nach Margarete van Ess könnte die Chronologie der proto-keilschriftlichen Phasen nach Radiokarbondaten aus Uruk um zwei Jahrhunderte früher anzusetzen sein.1

Siehe auch