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Ishango-Knochen: Vor 20.000 Jahren geritzte Kerben in drei Reihen

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ZeitalterUrgeschichte

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Der Ishango-Knochen aus dem Osten des Kongo trägt 167 oder 168 Kerben in drei Reihen und ist rund 20.000 Jahre alt. Ob er schon Rechnen bezeugt oder einen Mondkalender, ist bis heute umstritten.

Der belgische Geologe Jean de Heinzelin fand den Ishango-Knochen 1950 bei Grabungen am Semliki nahe dem Edwardsee, im Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo.42 Es ist ein leicht gebogenes, etwa 10 Zentimeter langes Wadenbein eines Pavians.1 An einem Ende sitzt ein kurzes Stück Quarz, das nur 2 Millimeter hervorsteht und als Klinge diente.1 Der Knochen trägt 167 oder 168 Kerben in drei Reihen entlang seiner Länge.3 In einer Reihe stehen von oben nach unten 11, 13, 17 und 19 Kerben, in einer anderen 11, 21, 19 und 9.3 Ausgestellt ist er dauerhaft im Königlich Belgischen Institut für Naturwissenschaften in Brüssel.1

Das Alter wird mit etwa oder mindestens 20.000 Jahren angegeben.432 Die Datierung gilt dabei als schwierig, und andere Hinweise deuten auf 90.000 Jahre.3 Eine Neubewertung der archäologischen Datierung setzt den Knochen zwischen etwa 25.000 und 16.000 Jahre vor heute (BP).1 Die neueren Daten stammen von einem Team um Alison Brooks, das den Fundort in den 1980er- und 1990er-Jahren neu untersuchte.1

Als Zeugnis früher Mathematik deutete de Heinzelin den Knochen erstmals 1962.1 Er stellte fest, dass zwei der Reihen je 60 ergeben und vor allem Primzahlen enthalten.4 Alexander Marshack brachte 1972 eine astronomische Deutung auf, nach der die Kerben den Lauf des Mondes verfolgen.1 Vladimir Pletser hält es für fraglich, dass die Menschen von Ishango Primzahlen kannten.3 Das QUANTA-Projekt hält die Deutungen als frühe Mathematik bislang für nicht durch empirische Daten gestützt.2

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