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Vier Kaiser setzen Höchstpreise für rund 1400 Waren und Dienstleistungen fest

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ZeitalterAltertum

Zuletzt geändert am

Im Jahr 301 erließen die vier Tetrarchen ein reichsweites Edikt, das für rund 1400 Waren und Dienstleistungen Höchstpreise vorschrieb. Der Tag der Ausfertigung ist nicht überliefert; der Text ist nur in Inschriftenbruchstücken erhalten, das vollständigste Stück steht in Aphrodisias.

Im Jahr 301 erließen Diokletian und seine drei Mitkaiser ein Edikt, das für das ganze Reich Höchstpreise vorschrieb: rund 1400 Waren und Dienstleistungen, nach der älteren Zählung von Siegfried Lauffer geordnet in 37 Kapiteln; Crawfords Neuausgabe zählt 70 Abschnitte.23 Begründet wurde es mit der Teuerung, die der Text der Habgier von Händlern zuschreibt.123 Neu war dabei nicht die Preisvorschrift als solche — Festpreise sind aus Mesopotamien und aus früheren römischen Erlassen bekannt —, sondern dass hier eine Obergrenze statt eines festen Preises gesetzt wurde.3 Der Tag der Ausfertigung ist nicht überliefert: Ein Fragment aus Ägypten nennt die achtzehnte , woraus sich Ende November oder Anfang Dezember 301 ergibt.3

Erhalten ist der Erlass als Inschrift.2 Die Besprechung der Neuausgabe von Michael Crawford zählt über vierzig bruchstückhafte Exemplare, alle aus dem Ostteil des Reiches; das vollständigste ist die lateinische Fassung aus Aphrodisias, die etwa 40 Prozent des Textes bewahrt.2 Sie war in die Marmorverkleidung der Zivilbasilika eingelassen, zusammen mit dem Münzedikt desselben Jahres.1 Eine ältere Zählung kommt auf rund 140 einzelne Bruchstücke und nennt einen Fundort außerhalb des Ostens: ein griechisches Stück aus Pettorano in den Abruzzen.3 Die Fundorte liegen an Fernstraßen, in Häfen und an Heiligtümern — Orten, an denen Händler zusammenkamen.3

Auf die Präambel folgt eine Strafandrohung; ihr Ton ist moralisierend und stark rhetorisch.1 Wie das Edikt wirkte, ist strittig.3 Laktanz schrieb wenige Jahrzehnte später, wegen geringfügiger Waren sei viel Blut geflossen, aus Furcht sei nichts mehr zum Verkauf angeboten worden, und das Gesetz sei schließlich wieder aufgehoben worden.3 Diese Darstellung ist eine Schmähschrift gegen Konstantins Vorgänger, und das Blutvergießen hat in keiner anderen Quelle eine Entsprechung.3 Für eine gewisse Geltungsdauer spricht die Inschrift aus Aphrodisias selbst: Ihr Abschnitt über Seefracht wurde nachträglich überarbeitet, was Zeit zwischen dem Einmeißeln und der Änderung voraussetzt.3

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