Die Gesetze von Eschnunna setzen Löhne für Erntearbeiter und Tagelöhner fest, in Getreide oder Silber
Die Gesetze des Königreichs Eschnunna nennen Löhne für Erntearbeiter und Tagelöhner und Mietsätze für Wagen, in Getreide oder Silber. Datiert werden sie zwischen etwa 1930 und 1770 v. Chr.; welcher Herrscher sie erließ, ist nicht gesichert.
Die Gesetze von Eschnunna beginnen mit einer Aufstellung dessen, was man für einen Schekel Silber und für ein Maß Getreide kaufen kann; darauf folgen die Sätze für die Miete bestimmter Dienste.1 Ein Erntearbeiter erhält nach Paragraph 7 in der Übersetzung von Martha T. Roth 20 Getreide, in Silber bezahlt 12 Gerstenkörner, also ein Fünfzehntel Schekel.1 Ein Tagelöhner bekommt nach Paragraph 11 einen Schekel Silber und 60 Sila Getreide als Verpflegung und dient dafür einen Monat.1 Ein Wagen mit seinen Ochsen und seinem Fahrer kostet 100 Sila Getreide, und dafür fährt der Fahrer einen ganzen Tag.1 Die Tafeln stammen aus Tell Harmal, dem antiken Schaduppum.3
Eschnunna war ein Königreich im Norden Babyloniens, das zur Zeit der frühen Ersten Dynastie von Babylon bestand und von Hammurabi erobert wurde.1 Nach Roth ist der Text auf drei Tafeln überliefert, die spätere Abschriften des Originals sind; der Name des Herrschers, der die Gesetze verfasste, ist nicht erhalten.1 Nach Samuel Noah Kramer gab Taha Baqir, Kurator des Irak-Museums in Bagdad, bei Grabungen in Harmal den Fund von zwei Tafeln mit einem Gesetzestext bekannt, der wie der Codex Hammurabi in babylonischer Sprache abgefasst ist.2 Kramer las im kurzen Prolog den Namen eines Königs Bilalama, der rund siebzig Jahre vor Lipit-Ischtar gelebt habe.2 Die World History Encyclopedia vermutet, dass die Gesetze von Eschnunna die Sammlung Ur-Nammus zum Vorbild hatten.4
Wann die Gesetze entstanden, geben die Quellen verschieden an.1,3,4,5 Roth datiert die Entstehung um 1770 v. Chr.1 Die World History Encyclopedia setzt sie um 1930 v. Chr. an.4 Witold Tyborowski schreibt die Gesetze mit großer Sicherheit Daduša zu, der an der Wende vom 19. zum 18. Jahrhundert v. Chr. regierte, und nennt drei Tafeln.5 Die Cuneiform Digital Library Initiative ordnet den Text der frühaltbabylonischen Zeit zu, die sie mit etwa 2000 bis 1900 v. Chr. angibt.3 Auch bei der Zahl der Tafeln und beim Herrscher weichen die Angaben ab: Kramer spricht von zwei Tafeln und liest Bilalama, Roth von drei Tafeln ohne erhaltenen Herrschernamen.1,2
Siehe auch
- Im 18. Jahrhundert v. Chr. legt der Codex Hammurabi Löhne für Feldarbeiter, Tagelöhner und Handwerker fest 1750 v. Chr. Hammurabi eroberte Eschnunna; auch seine Stele nennt Löhne für Feldarbeiter und Tagelöhner.
- Handel Vier Kaiser setzen Höchstpreise für rund 1400 Waren und Dienstleistungen fest 301 Auch Diokletians Edikt verbindet Preise für Waren mit Sätzen für Dienstleistungen.