Der Periplus Maris Erythraei beschreibt im 1. Jahrhundert den Seehandel nach Indien
Um die Mitte des 1. Jahrhunderts schrieb ein griechischer Kaufmann aus dem römischen Ägypten ein Handbuch über die Häfen zwischen Rotem Meer und Indien. Es nennt Waren, Münzen und den direkten Kurs über den Ozean; auf das Jahr genau datieren lässt es sich nicht.
Im 1. Jahrhundert n. Chr. schrieb ein griechischer Kaufmann aus dem römischen Ägypten ein Handbuch über die Häfen am Roten Meer und am Indischen Ozean, den Maris Erythraei.5,4 Der Titel bedeutet „Umsegelung des Roten Meeres“; Lionel Casson nennt den Text die wichtigste Quelle für den römischen Seehandel in diesen Gewässern.3 Der Verfasser ist unbekannt.4
Das Handbuch beginnt mit einem ägyptischen Hafen und verzeichnet Häfen bis an die indische Küste, darunter Muziris.1 Aus Barygaza wurden nach dem Periplus unter anderem Elfenbein, Achat, Baumwoll- und Seidenstoffe und Langer Pfeffer ausgeführt; eingeführt wurden Gold- und Silbermünzen.1 Nach Muziris und Nelcynda fuhren große Schiffe wegen der Mengen an Pfeffer, und eingeführt wurde dort vor allem Münzgeld.1 Den direkten Kurs über den Ozean statt entlang der Küste soll der Steuermann Hippalos gefunden haben.1 Nach der Universität Athen verließen die Schiffe Ägypten im Juli, um die Südwestwinde zu nutzen.4
Datiert wird der Text über einen Nabatäerkönig Malichas, dem die Straße nach Petra untersteht.1,5 Wilfred Schoff kam 1912 auf das Jahr 60,5 Lionel Casson 1989 auf 40 bis 70 und John Hill 2009 auf 40 bis 50.4 Das Thematic Dictionary of Ancient Arabia leitet die Spanne 40 bis 70 aus der Regierungszeit Malichas’ II. ab.7 Erhalten ist der Periplus in einer Handschrift in Heidelberg, die die Universitätsbibliothek ins letzte Viertel des 9. Jahrhunderts datiert, dazu in einer späteren Abschrift in London.2,5 Schoff und die Universität Athen setzen die Heidelberger Handschrift dagegen ins 10. Jahrhundert.5,4 Die Handschriftendatenbank Pinakes des IRHT datiert sie ins 9. Jahrhundert.6 Die Universitätsbibliothek verweist auf Ronconi, der zum dritten Viertel des 9. Jahrhunderts neigt.2
Siehe auch
- Das Zollgesetz der Provinz Asia erhält seine jüngste überlieferte Fassung 62 Aus denselben Jahrzehnten stammt das Zollgesetz, nach dem Waren an den Grenzen der Provinz Asia verzollt wurden.
- Seidenraupen gelangen um 550 nach Byzanz – so erzählt es Prokop 550 Der Periplus nennt Seidenstoffe als Ware aus Indien; fünf Jahrhunderte später kamen die Raupen selbst nach Byzanz.
Hierher verwiesen
- Seidenraupen gelangen um 550 nach Byzanz – so erzählt es Prokop 550 Schon im 1. Jahrhundert kam Seidenstoff auf dem Seeweg aus Indien ins Römische Reich.
- Wrack von Uluburun: zehn Tonnen Kupfer aus der Bronzezeit 1320 v. Chr. Gut dreizehn Jahrhunderte später beschreibt ein Handbuch die Seewege und Waren bis nach Indien.