--- id: periplus-maris-erythraei-50 title: >- Der Periplus Maris Erythraei beschreibt im 1. Jahrhundert den Seehandel nach Indien date: '0050-01-01' summary: >- Um die Mitte des 1. Jahrhunderts schrieb ein griechischer Kaufmann aus dem römischen Ägypten ein Handbuch über die Häfen zwischen Rotem Meer und Indien. Es nennt Waren, Münzen und den direkten Kurs über den Ozean; auf das Jahr genau datieren lässt es sich nicht. themeId: theme-fernhandel-nach-asien verification: verified sources: - key: s2 title: The Periplus of the Erythraean Sea (übers. W. H. Schoff) publisher: Fordham University, Internet Ancient History Sourcebook url: https://sourcebooks.web.fordham.edu/ancient/periplus.asp accessedAt: '2026-09-29' - key: s3 title: Bibliotheca Palatina – digital, Cod. Pal. graec. 398 publisher: Universitätsbibliothek Heidelberg url: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/de/bpd/virtuelle_bibliothek/codpalgraec/beschreibungen/cpgraec398.html accessedAt: '2026-09-29' - key: s4 title: The Periplus Maris Erythraei (Lionel Casson) publisher: Princeton University Press url: https://press.princeton.edu/books/ebook/9781400843206/the-periplus-maris-erythraei accessedAt: '2026-09-29' - key: s5 title: Introduction (Periplus Maris Erythraei) publisher: National and Kapodistrian University of Athens, Projekt Periplus url: https://periplus.arch.uoa.gr/texts/peripl_erythr/intro_en.html accessedAt: '2026-09-29' - key: s6 title: The Periplus of the Erythraean Sea (W. H. Schoff, 1912), Volltext publisher: Internet Archive url: https://archive.org/stream/periplusoferythr00scho/periplusoferythr00scho_djvu.txt accessedAt: '2026-09-29' - key: s7 title: Heidelberg, Universitätsbibliothek, Pal. gr. 398 publisher: Pinakes (IRHT-CNRS) url: https://pinakes.irht.cnrs.fr/notices/cote/32479/ accessedAt: '2026-10-05' - key: s8 title: Periplus of the Erythraean Sea publisher: Thematic Dictionary of Ancient Arabia (huma-num) url: https://ancientarabia.huma-num.fr/dictionary/definition/periplus-of-the-erythraean-sea accessedAt: '2026-10-05' disputed: - claim: Abfassungszeit positions: - value: um 60 n. Chr. (Schoff) source: s6 - value: 40–70 n. Chr. (Casson) bzw. 40–50 (Hill) source: s5 - value: 40–70 n. Chr., Regierungszeit Malichas’ II. source: s8 resolution: >- Die Spanne 40 bis 70 ist die Regierungszeit Malichas’ II., auf den der Text verweist (s8, ebenso Casson nach s5); Schoffs 60 und Hills 40 bis 50 liegen darin. - claim: Alter der Heidelberger Handschrift positions: - value: letztes Viertel des 9. Jahrhunderts source: s3 - value: 10. Jahrhundert source: s5 - value: 9. Jahrhundert (s. 09, 3/4) source: s7 resolution: >- Die UB Heidelberg datiert nach der Schrift ins 4. Viertel des 9. Jahrhunderts und verweist auf Ronconi, der zum dritten Viertel neigt; dem entspricht Pinakes. Das 10. Jahrhundert nennen Schoff (1912) und Athen ohne Begründung. provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: handel)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-29' datePrecision: century dateSources: - s5 - s6 seeAlso: - id: lex-portorii-asiae-62 note: >- Aus denselben Jahrzehnten stammt das Zollgesetz, nach dem Waren an den Grenzen der Provinz Asia verzollt wurden. - id: seidenraupen-byzanz-550 note: >- Der Periplus nennt Seidenstoffe als Ware aus Indien; fünf Jahrhunderte später kamen die Raupen selbst nach Byzanz. --- Im 1. Jahrhundert n. Chr. schrieb ein griechischer Kaufmann aus dem römischen Ägypten ein Handbuch über die Häfen am Roten Meer und am Indischen Ozean, den Periplus Maris Erythraei.[^s6][^s5] Der Titel bedeutet „Umsegelung des Roten Meeres“; Lionel Casson nennt den Text die wichtigste Quelle für den römischen Seehandel in diesen Gewässern.[^s4] Der Verfasser ist unbekannt.[^s5] Das Handbuch beginnt mit einem ägyptischen Hafen und verzeichnet Häfen bis an die indische Küste, darunter Muziris.[^s2] Aus Barygaza wurden nach dem Periplus unter anderem Elfenbein, Achat, Baumwoll- und Seidenstoffe und Langer Pfeffer ausgeführt; eingeführt wurden Gold- und Silbermünzen.[^s2] Nach Muziris und Nelcynda fuhren große Schiffe wegen der Mengen an Pfeffer, und eingeführt wurde dort vor allem Münzgeld.[^s2] Den direkten Kurs über den Ozean statt entlang der Küste soll der Steuermann Hippalos gefunden haben.[^s2] Nach der Universität Athen verließen die Schiffe Ägypten im Juli, um die Südwestwinde zu nutzen.[^s5] Datiert wird der Text über einen Nabatäerkönig Malichas, dem die Straße nach Petra untersteht.[^s2][^s6] Wilfred Schoff kam 1912 auf das Jahr 60,[^s6] Lionel Casson 1989 auf 40 bis 70 und John Hill 2009 auf 40 bis 50.[^s5] Das Thematic Dictionary of Ancient Arabia leitet die Spanne 40 bis 70 aus der Regierungszeit Malichas’ II. ab.[^s8] Erhalten ist der Periplus in einer Handschrift in Heidelberg, die die Universitätsbibliothek ins letzte Viertel des 9. Jahrhunderts datiert, dazu in einer späteren Abschrift in London.[^s3][^s6] Schoff und die Universität Athen setzen die Heidelberger Handschrift dagegen ins 10. Jahrhundert.[^s6][^s5] Die Handschriftendatenbank Pinakes des IRHT datiert sie ins 9. Jahrhundert.[^s7] Die Universitätsbibliothek verweist auf Ronconi, der zum dritten Viertel des 9. Jahrhunderts neigt.[^s3] Ende der Datei: 7 Quellen.