Diokletian lässt 303 die Kirche von Nikomedia abreißen und die Christen entrechten
Im Jahr 303 ließen die Kaiser in Nikomedia die Kirche abreißen und erließen ein Edikt, das den Christen Rang und Ehre nahm. Weitere Edikte folgten; beendet hat die Verfolgung erst Galerius im Jahr 311. Ob der Abriss am 23. oder am 24. Februar geschah, geben die Quellen verschieden an.
Nach dem Bericht des Laktanz wählten die Kaiser für den Beginn der Verfolgung das Fest der , den siebten Tag vor den des März.1 Die Encyclopaedia Romana der Universität Chicago rechnet das auf den 23. Februar um.3 Prätorianer rissen die Kirche an diesem Tag mit Äxten und anderem Eisenwerkzeug in wenigen Stunden nieder.1 Die Kaiser sahen vom Palast aus zu, denn die Kirche stand erhöht, und stritten lange, ob man sie besser anzünden solle.1 Am folgenden Tag wurde ein Edikt ausgehängt, das den Christen jede Ehre und jeden Rang nahm und sie der Folter unterwarf.1 Jemand riss es herunter und spottete dabei über die angeschlagenen Siege über Goten und Sarmaten.1
Eusebius von Caesarea datiert die Edikte auf den März im neunzehnten Regierungsjahr Diokletians, als das Passionsfest nahe war.2 Die Encyclopaedia Romana setzt dieses Jahr mit 303 gleich.3 Nach Eusebius befahlen die Edikte, die Kirchen bis auf den Grund abzureißen und die Heiligen Schriften zu verbrennen.2,4 Christen in Ehrenstellungen sollten ihren Rang verlieren, christliche Hausdiener ihre Freiheit, wenn sie an ihrem Bekenntnis festhielten.2 Bald darauf folgten Erlasse, nach denen die Vorsteher der Kirchen zuerst ins Gefängnis geworfen und dann mit allen Mitteln zum Opfer gezwungen werden sollten.2 Die Catholic Encyclopedia von 1909 zählt drei weitere Edikte in den Jahren 303 und 304; das letzte schloss neben den Geistlichen auch die Laien ein.4
Beendet hat die Verfolgung Galerius im Jahr 311, zumindest in seinen eigenen Provinzen, nachdem er schwer erkrankt war.3 Den Abriss der Kirche von Nikomedia setzt die Catholic Encyclopedia abweichend von Laktanz auf den 24. Februar 303.4
Siehe auch
- Die Mailänder Vereinbarung stellt 313 die Religion frei 313 Zehn Jahre später gaben Konstantin und Licinius den Christen zurück, was ihnen 303 genommen worden war.
- Handel Vier Kaiser setzen Höchstpreise für rund 1400 Waren und Dienstleistungen fest 301 Zwei Jahre zuvor hatten dieselben Kaiser das Reich schon einmal per Edikt zu ordnen versucht, damals über die Preise.
- Wissenschaft Dionysius Exiguus zählt die Jahre ab Christus statt ab Diokletian 525 Die Erinnerung an diese Verfolgung war der Grund, die Jahre nicht mehr nach Diokletian zu zählen.
Hierher verwiesen
- Edikt von Thessaloniki schreibt 380 den nizänischen Glauben vor 380 Wieder ein kaiserliches Edikt über den Glauben, diesmal zugunsten der Christen und gegen Abweichler unter ihnen.
- Kaiser Decius verlangt um 250 von allen Bewohnern des Reichs ein Opfer für die Götter 250 Ein halbes Jahrhundert später verlangte wieder ein Kaiser das Opfer, nun gezielt von Christen.