Filter

Dionysius Exiguus zählt die Jahre ab Christus statt ab Diokletian

Belegt durch 5 unabhängige Quellen

ZeitalterMittelalter

Zuletzt geändert am

Im Jahr 525 berechnete der Mönch Dionysius Exiguus in Rom die Osterdaten für 532 bis 626 oder 627. Die Jahre zählte er dabei ab der Menschwerdung Christi statt nach Kaiser Diokletian. Zur allgemeinen Zeitrechnung wurde die Zählung erst Jahrhunderte später.

Im Jahr 525 legte der Mönch Dionysius Exiguus in Rom eine Ostertafel vor, die das Osterdatum für die Jahre 532 bis 626 oder 627 angab.123 Er zählte die Jahre darin nicht mehr nach Kaiser Diokletian, sondern ab der Menschwerdung Jesu Christi.134 Die Ära Diokletians wollte er nicht fortführen, weil sie an einen Herrscher erinnerte, der Christen verfolgt hatte.13 Dionysius stammte aus Skythien und war um 496 nach Rom gekommen.35

Die Tafel ersetzte eine ältere, die Kyrill von Alexandria zugeschrieben wurde und deren 95 Jahre abliefen; wie diese bestand sie aus fünf neunzehnjährigen Zyklen.2 Vorgestellt hat Dionysius die Tafel in einem Brief an Bischof Petronius.25 Ob Papst Johannes I. sie in Auftrag gegeben hatte, geben die Quellen verschieden an.35 Die Zählung nach Christus bezeichnete Dionysius selbst als seine einzige Neuerung, im Übrigen folgte er Kyrill.2 Wie er das Jahr der Geburt bestimmte, ist ungeklärt.1 Der Chronologe Alden Mosshammer hält die Ära für eine Umrechnung des Weltjahrs 5501 aus dem System des Julius Africanus, also nicht für eine eigene Berechnung.2 Heutige Schätzungen setzen die Geburt Jesu mehrere Jahre früher an, meist zwischen 6 und 4 vor Christus.13 Nimmt man die antiken Gelehrten hinzu, reicht die Spanne bis 2 vor Christus.3

Beda Venerabilis benutzte die Zählung in seiner Kirchengeschichte der Angelsachsen, die er 731 abschloss.1 Er bemerkte dabei, dass die Datierung des Dionysius den biblischen und kirchlichen Zeugnissen widersprach, die auf 2 oder 3 vor Christus wiesen.2 Alkuin führte die Zählung am Hof Karls des Großen ein, und in den katholischen Gebieten wurde sie zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert üblich.1 Ein Jahr null kennt sie nicht: Auf 1 vor Christus folgt unmittelbar 1 nach Christus.1

Siehe auch