Plinius widmet Titus die Naturalis historia
Im Jahr 77 widmete Plinius der Ältere dem späteren Kaiser Titus die Naturalis historia. Sie umfasst 37 Bücher mit nach eigener Angabe 20.000 Gegenständen aus rund 2.000 Bänden. Das erste Buch verzeichnet Inhalt und Quellen der übrigen.
Im Jahr 77 widmete Gaius Plinius Secundus, genannt Plinius der Ältere, seine Naturalis historia dem Kaisersohn Titus, mit dem er im Heer gedient hatte.2,3 In der Vorrede redet er Titus als Triumphator, Zensor und sechsmaligen Konsul an und kündigt an, die Natur der Dinge und das Leben, wie es tatsächlich ist, zu beschreiben.1 Das Werk umfasst 37 Bücher; so zählt es schon der Neffe Plinius der Jüngere in einem Brief über die Schriften seines Onkels.3,4
Plinius gibt an, 20.000 Gegenstände aus der Lektüre von rund 2.000 Bänden und 100 ausgewählten Autoren zusammengetragen zu haben.1,3 Die Quellen zu nennen, aus denen er Hilfe bezog, hält er für ein Gebot der Höflichkeit und der Bescheidenheit.1 Der Vorrede fügt er den Inhalt jedes folgenden Buches bei, damit Titus nicht alles durchlesen muss.1 Deshalb spricht die Vorrede von 36 Büchern: Das erste ist ein Verzeichnis der Inhalte und Quellen, auf das zweimal achtzehn Bücher folgen.1,2,3
Plinius der Jüngere beschreibt, wie sein Onkel arbeitete: Er ließ sich vorlesen und machte dabei Notizen und Auszüge.4 Die Naturalis historia gilt als das umfangreichste Einzelwerk, das aus dem Römischen Reich erhalten ist, und wurde zum Vorbild späterer Enzyklopädien.3 Sie gehörte zu den ersten antiken Texten, die gedruckt wurden, 1469 in Venedig.3
Was genau im Jahr 77 geschah, geben die Quellen unterschiedlich an.2,3,5 Livius nennt 77 als Jahr der Widmung an Titus.2 Wikipedia zufolge erschienen 77 nur die ersten zehn Bücher; an den übrigen arbeitete Plinius noch, als er 79 beim Ausbruch des Vesuvs starb, und sein Neffe gab sie nach seinem Tod heraus.3 Die Encyclopaedia Britannica hält das Werk im Jahr 77 bis auf letzte Überarbeitungen für abgeschlossen.5
Siehe auch
- Der erste Band der Encyclopédie erscheint 1751 Siebzehn Jahrhunderte später derselbe Anspruch, das Wissbare in einem geordneten Werk zu versammeln.
- Medien Der Mainzer Psalter trägt als erstes Buch sein Druckdatum 1457 Zwölf Jahre nach dem ersten datierten Druck kam die Naturalis historia in Venedig unter die Presse.
Hierher verwiesen
- Der erste Band der Encyclopédie erscheint 1751 Das älteste erhaltene Werk, das das Wissbare in Bücher ordnet und seine Quellen verzeichnet.
- Kunst In einem römischen Weinberg wird 1506 die Laokoon-Gruppe gefunden 1506 Ohne die Beschreibung bei Plinius hätte niemand die Gruppe beim Fund benennen können.
- Almagest: Ptolemaios vollendet um 150 sein Werk in 13 Büchern 150 Siebzig Jahre früher fasste Plinius das Wissen über die Natur in einem Werk zusammen, Ptolemaios die Astronomie.
- Seneca schreibt in den 60er-Jahren seine Naturales quaestiones 62 Fünfzehn Jahre später fasste Plinius das Wissen über die Natur in einem weit umfangreicheren Werk zusammen.
- Medizin Celsus schreibt eine Enzyklopädie, von der nur die Medizin bleibt 25 Rund ein halbes Jahrhundert später versuchte Plinius dasselbe, und von ihm blieb das ganze Werk.