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Der Mainzer Psalter trägt als erstes Buch sein Druckdatum

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ZeitalterMittelalter

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1457 erscheint in Mainz ein Psalter, der am Ende festhält, wer ihn gedruckt hat und wann. Es ist der erste gedruckte Kolophon der Geschichte — und zugleich das erste vollständig maschinell hergestellte Buch mit farbigem Schmuck.

Am 14. August 1457 wurde in Mainz ein Psalter fertiggestellt, gedruckt von Peter Schöffer im Unternehmen mit Johann Fust.2 Neu war auch der am Ende, der Werkstatt, Herstellungsdatum und -verfahren nennt; er sollte helfen, weitere Aufträge zu bekommen.1 Damit ist der Mainzer Psalter das erste Buch mit gedrucktem Datum.2

Er kam wenige Jahre nach der Gutenberg-Bibel und ging technisch über sie hinaus: Bei Gutenberg mussten die Initialen von Hand nachgetragen werden, hier wurden die zweifarbigen Initialen mitgedruckt.1 Damit schuf Schöffer den ersten mehrfarbigen, rein maschinell hergestellten Druck.1 Wie Schöffer das genau bewerkstelligte, ist bis heute nicht entschlüsselt.13

Im Kolophon steht außerdem die erste der Geschichte: zwei Schilde, die an einem Ast hängen, in Rot gedruckt.2 Der Psalter selbst ist in zwei Schriftgraden und in drei Farben gedruckt.23 Das Verfahren war so aufwendig, dass es bald danach wieder aufgegeben wurde.2

Erhalten ist der Band aus 175 Pergamentblättern unter anderem in der Österreichischen Nationalbibliothek; 2011 wurde dieses Exemplar in das UNESCO-Register Memory of the World aufgenommen.12 Die UNESCO begründet das damit, dass der Psalter die Herstellung reich geschmückter Bücher mit rein maschinellen Mitteln in den folgenden Jahrhunderten einleitete.1

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