Auf den 4. Oktober 1582 folgt der 15. Oktober
Zehn Tage werden gestrichen, um den Kalender wieder mit den Jahreszeiten in Übereinstimmung zu bringen. Die Reform korrigiert einen Fehler von elf Minuten im Jahr, der sich über Jahrhunderte aufsummiert hatte — und sie spaltet Europa für 340 Jahre in zwei Zeitrechnungen.
Auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, folgte Freitag, der 15. Oktober.2 Zehn Tage wurden ersatzlos gestrichen.1 Angeordnet hatte das Papst Gregor XIII. mit der Bulle "Inter gravissimas" vom 24. Februar 1582.1
Der Anlass war ein Rechenfehler mit langer Wirkung.1 Der julianische Kalender setzte das Jahr auf 365¼ Tage an; tatsächlich ist es rund elf Minuten kürzer.1 Über die Jahrhunderte war der Frühlingsbeginn dadurch etwa zehn Tage vor sein kalendarisches Datum gewandert — und damit die Berechnung des Osterfestes aus dem Tritt geraten.1 Ostern rückte dadurch etwa alle 130 Jahre um einen Tag im Jahr nach hinten.2
Die Reform bestand deshalb aus zwei Teilen: der einmaligen Streichung und einer neuen .4 Seither ist jedes durch vier teilbare Jahr ein Schaltjahr, außer den vollen Jahrhunderten — diese nur dann, wenn sie durch 400 teilbar sind.3,4 Daraus ergibt sich ein mittleres Jahr von 365,2425 Tagen gegenüber 365,25 im julianischen Kalender.4 Ausgearbeitet hatte den Vorschlag Aloysius Lilius, der vor der Umsetzung starb; die Einzelheiten führte danach Christophorus Clavius aus,1 der Jesuit verteidigte den Kalender in mehreren Schriften.4
Durchgesetzt hat sich die neue Rechnung nur langsam und entlang der Konfessionsgrenze.2,4 Spanien, Portugal, Polen und der größte Teil Italiens stellten im Oktober 1582 um, Frankreich im Dezember;2 protestantische Länder, die die Autorität des Papstes nicht anerkannten, folgten zunächst nicht.2,4 Großbritannien folgte erst 1752: Auf Mittwoch, den 2. September 1752, folgte Donnerstag, der 14. September.2 Die orthodoxe Kirche setzte 1923 eine eigene Kalenderreform in Kraft.4
Siehe auch
- Die Meridiankonferenz legt Greenwich als Nullmeridian fest 1884 Dieselbe Frage drei Jahrhunderte später, nur für die Uhrzeit statt das Datum.
- Medien Der Mainzer Psalter trägt als erstes Buch sein Druckdatum 1457 Auch der Kalender verbreitete sich über gedruckte Ausgaben.
- Dionysius Exiguus zählt die Jahre ab Christus statt ab Diokletian 525 Die Jahreszählung, in der die Reform datiert ist, stammt aus einer Ostertafel.
Hierher verwiesen
- Die Meridiankonferenz legt Greenwich als Nullmeridian fest 1884 Dieselbe Frage drei Jahrhunderte zuvor, nur für das Datum statt die Uhrzeit.
- Beda vollendet 725 sein Lehrbuch über die Berechnung der Zeit 725 Die Osterrechnung blieb eine offene Frage, bis die Kalenderreform sie neu ordnete.
- Dionysius Exiguus zählt die Jahre ab Christus statt ab Diokletian 525 Auch dort ging es um das Osterdatum: Die Reform korrigierte den Kalender, auf dem Ostertafeln wie diese beruhten.
- Caesars Kalender gilt ab dem 1. Januar 45 v. Chr. 45 v. Chr. Die Reform von 1582 strich die zehn Tage, die der julianische Kalender zu viel gezählt hatte.
- Meton macht 432 v. Chr. in Athen den 19-Jahres-Zyklus bekannt 432 v. Chr. Bis zu dieser Reform blieb der Zyklus in seiner ursprünglichen Form in der Osterrechnung.