Die Meridiankonferenz legt Greenwich als Nullmeridian fest
In Washington einigen sich 1884 Vertreter von 25 Staaten auf einen gemeinsamen Nullmeridian und einen Universaltag. Greenwich gewinnt mit 22 gegen eine Stimme, weil zwei Drittel der Welthandelsflotte ohnehin danach navigieren. Frankreich enthält sich.
Am 13. Oktober 1884 beschloss die Internationale Meridiankonferenz in Washington mit 22 Stimmen bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen, den Meridian von Greenwich zum zu machen.3 Das Protokoll nennt als maßgeblich den Meridian durch die Mitte des Durchgangsinstruments der Sternwarte von Greenwich.1 Eröffnet worden war die Konferenz am 1. Oktober 1884 im Diplomatensaal des amerikanischen Außenministeriums; 41 Abgesandte aus 25 Staaten nahmen teil.1,2
Einberufen hatte sie US-Präsident Chester Arthur, nachdem eine Konferenz in Rom 1883 eine Empfehlung ausgesprochen und die nordamerikanischen Eisenbahnen eine Normalzeit eingeführt hatten.4 Das Problem war praktischer Natur: Großbritannien rechnete ab Greenwich, Frankreich ab Paris, andere ab Cádiz oder St. Petersburg.3
Für Greenwich sprach die Verbreitung.2 Nach einer Erhebung Sandford Flemings von 1879 fuhren 65 Prozent der Schiffe und 72 Prozent der Tonnage bereits nach diesem Meridian.2 Frankreich enthielt sich.3
Insgesamt verabschiedete die Konferenz sieben Beschlüsse: ein einziger Nullmeridian statt vieler; die Zählung der Länge in beide Richtungen bis 180 Grad, östlich positiv und westlich negativ; ein , der die örtliche Zeit unberührt lässt; ein mittlerer Sonnentag, der um Mitternacht auf dem Nullmeridian beginnt und von 0 bis 24 zählt; dazu die Hoffnung, den astronomischen und nautischen Tag ebenso beginnen zu lassen, und die auf Wiederaufnahme der Studien zu dezimalen Teilungen von Winkel und Zeit.4 Verbindlich war keiner davon; es waren Vorschläge.4 Zeitzonen empfahl die Konferenz nicht — die entstanden erst dadurch, dass Staaten nach und nach volle Stundenabstände zur Universalzeit wählten.2
Die Umsetzung zog sich.2,4 Japan beschloss die Übernahme 1886 und vollzog sie 1888 als erster Staat; Frankreich stellte den bürgerlichen Gebrauch am 11. März 1911 um und die nautischen Unterlagen am 1. Januar 1914.4 Der astronomische Tag alter Zählung wurde 1918 zur Abschaffung empfohlen und im Nautical Almanac ab dem 1. Januar 1925 ersetzt.2
Siehe auch
- Auf den 4. Oktober 1582 folgt der 15. Oktober 1582 Dieselbe Frage drei Jahrhunderte zuvor, nur für das Datum statt die Uhrzeit.
- Verkehr Stockton and Darlington Railway: Öffentliche Bahn fährt mit Dampf 1825 Die Eisenbahn machte aus vielen Ortszeiten erst ein Problem.
Hierher verwiesen
- CGPM 2026: UTC läuft ab 20. Mai 2027 ohne Schaltsekunden 2026 Schon 1884 einigten sich Staaten auf eine gemeinsame Bezugszeit.
- Uhren auf dem Mars gehen 477 Mikrosekunden am Tag schneller 2025 1884 einigten sich Staaten auf eine Bezugszeit für die Erde; für den Mars muss der Abstand dazu erst berechnet werden.
- Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht beschließt 2022 das Ende der Schaltsekunde 2022 1884 einigte man sich auf einen Nullmeridian für die Weltzeit; 2022 darauf, sie von der Drehung der Erde zu lösen.
- Meterkonvention: 17 Staaten gründen 1875 in Paris das BIPM 1875 Neun Jahre später einigten sich Staaten auf einen gemeinsamen Nullmeridian.
- Auf den 4. Oktober 1582 folgt der 15. Oktober 1582 Dieselbe Frage drei Jahrhunderte später, nur für die Uhrzeit statt das Datum.
- Handel Vertrag von Tordesillas: Kastilien und Portugal teilen die Welt 1494 390 Jahre später teilt wieder ein Meridian die Welt — diesmal nicht den Besitz, sondern die Zeit.