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Vertrag von Tordesillas: Kastilien und Portugal teilen die Welt

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ZeitalterMittelalter

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Am 7. Juni 1494 ziehen Kastilien und Portugal in Tordesillas eine Trennlinie und teilen daran auf, was künftig entdeckt wird. Sechs Jahre später fällt Brasilien auf die portugiesische Seite.

Am 7. Juni 1494 unterzeichneten Kastilien und Portugal im kastilischen Tordesillas einen Vertrag, der die neu entdeckten Länder außerhalb Europas zwischen ihnen aufteilte.13 Die Trennlinie verlief als Meridian 370 Leguas westlich der Kapverdischen Inseln; was östlich davon lag, sollte Portugal zufallen, was westlich lag, Kastilien.123 Auf spanischer Seite unterzeichneten Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien, auf portugiesischer Johann II.13

Der Vertrag ersetzte eine Regelung, die Papst Alexander VI. ein Jahr zuvor getroffen hatte: Die Bulle Inter caetera vom 4. Mai 1493 hatte die Linie 100 Leguas westlich der Azoren und Kapverden gezogen und damit Kastilien begünstigt.1 Portugal setzte in Tordesillas die Verschiebung nach Westen durch.1 Ratifiziert wurde in Spanien am 2. Juli und in Portugal am 5. September 1494; die päpstliche Bestätigung folgte erst 1506 durch Julius II.1

Die Folge zeigte sich sechs Jahre später.2 Als Pedro Álvares Cabral im Jahr 1500 die brasilianische Küste erreichte, lag sie östlich der verschobenen Linie — Brasilien fiel damit an Portugal, und die spätere Ausdehnung weit nach Westen begründete Brasiliens Ansprüche auf das Innere Südamerikas.23 Die UNESCO nahm den Vertrag 2007 in das Register Memory of the World auf und nennt ihn unerlässlich für das Verständnis der amerikanischen Geschichte und der Beziehungen zwischen Europa und Amerika.3

Wie weit die Linie nach Westen reichte, geben die Quellen unterschiedlich an.12 Für dieselben 370 Leguas nennt die eine Darstellung rund 2.100 Kilometer, die andere 1.185 Meilen und damit etwa 1.900 Kilometer.12 Zwischen beiden Angaben liegen rund 200 Kilometer.12

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