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Die VOC erhält ihren Freibrief — und erfindet die handelbare Aktie

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Am 20. März 1602 verleihen die niederländischen Generalstaaten der Vereinigten Ostindischen Kompanie ein Handelsmonopol für 21 Jahre. Artikel 10 des Freibriefs erlaubt jedem Einwohner, Anteile zu zeichnen — und die Anteile dürfen den Besitzer wechseln.

Am 20. März 1602 verliehen die Generalstaaten der niederländischen Republik der Vereinigten Ostindischen Kompanie (Verenigde Oost-Indische Compagnie) einen : ein östlich des Kaps der Guten Hoffnung für 21 Jahre.13 Die Gesellschaft entstand als staatlich verfügter Zusammenschluss bis dahin konkurrierender Reedereien.1 Der Freibrief umfasste 46 Artikel; Artikel 10 legte fest: "All the residents of these lands may buy shares in this Company."12

Frühere Unternehmungen holten ihr Kapital aus einem kleinen Kreis privater Anleger um die Direktoren; hier durfte jeder Einwohner zeichnen, ohne Mindest- und ohne Höchstbetrag.2 Die Zeichnung lief bis Ende August 1602 im Wohnhaus des Kaufmanns Dirck van Os; als die Bücher am 31. August geschlossen wurden, hatten allein in Amsterdam 1.143 Zeichner 3.674.945 Gulden aufgebracht.2 Über alle sechs Kammern kamen rund 6,4 Millionen Gulden zusammen, 57 Prozent davon aus Amsterdam.1

Hinzu kam eine zweite Bestimmung: Anteile durften übertragen werden.2 Das Zeichnungsregister hielt fest, dass die Übertragung über den Buchhalter zu erfolgen habe.2 Damit war ein Anteil nicht mehr an die Laufzeit eines Unternehmens gebunden; nie zuvor hatte ein amtliches Dokument so ausdrücklich festgehalten, dass Anteile gehandelt werden durften.2

Geführt wurde die Kompanie von siebzehn Direktoren, den Heeren XVII: acht aus Amsterdam, vier aus Zeeland, je einer aus Delft, Rotterdam, Hoorn und Enkhuizen; der siebzehnte Sitz wanderte zwischen den kleineren Kammern, damit Amsterdam keine Mehrheit hatte.1 Die Generalstaaten gaben der Gesellschaft zudem hoheitliche Befugnisse: Verträge mit asiatischen Herrschern schließen, Festungen errichten, Gouverneure einsetzen und Truppen unterhalten.3 Obwohl ihr Zweck der Handel war, wurde die Kompanie im Asien des 17. Jahrhunderts zur Kolonialmacht.1

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