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Die Tulpenmanie bricht zusammen — und wird zur Legende

Belegt durch 3 unabhängige Quellen

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Anfang Februar 1637 findet der Tulpenhandel in den Niederlanden keine Käufer mehr, die Preise fallen um bis zu 95 Prozent. Die Archivforschung zeigt allerdings: Es handelten einige hundert wohlhabende Leute, und ein einziger daraus folgender Bankrott ist nicht nachweisbar.

Den Höhepunkt erreichte der niederländische Tulpenhandel am 3. Februar 1637 in Alkmaar, wo bei der Versteigerung eines Züchternachlasses für 99 Posten zusammen 90.000 Gulden erzielt wurden.3 Zwei Tage später, am 5. Februar, scheiterte in Haarlem eine Auktion an mangelndem Interesse — damit brach die Grundlage des Handels weg, und die Preise fielen schätzungsweise um 95 Prozent.3 Die Historikerin Anne Goldgar führt den Einbruch wahrscheinlich auf die Furcht vor einem Überangebot und auf die Unhaltbarkeit des vorherigen Anstiegs zurück.1

Gehandelt wurden nicht Blumen, sondern auf Zwiebeln, die noch in der Erde lagen.3 Zeitgenossen nannten das spöttisch , weil keine Ware den Besitzer wechselte.3 Bezahlt werden sollte erst bei der Lieferung im Mai oder Juni;1 deshalb floss im Winter 1637 weit weniger Geld, als die Vertragssummen vermuten lassen.3 Städtische Kommissionen wickelten die Verträge später ab; oft kauften sich die Käufer mit 3,5 Prozent der vereinbarten Summe frei.3

Die bekannte Erzählung von einem ganzen Volk im Kaufrausch ist weitgehend falsch.1 Goldgar zählte in den Archiven 37 Personen, die mehr als 300 Gulden ausgaben; die meisten Zwiebeln waren deutlich billiger, und die meisten Käufer konnten sich ihren Kauf leisten.1 Beteiligt war ein überschaubarer, wohlhabender Teil des Bürgertums — Kaufleute und Handwerksmeister, verbunden durch Familie, Gemeinde und Nachbarschaft.1 Anderen Darstellungen zufolge blieb der Handel auf rund 400 Personen beschränkt.3

Bankrotte, die eindeutig auf den Tulpenhandel zurückgehen, fand Goldgar keine; die Berichte von Ruinierten, die sich in Grachten stürzten, sind nicht belegbar.1 In einer Besprechung ihres Buches von 2007 hält Natalie Zemon Davis fest, der Zusammenbruch habe weniger die Wirtschaft getroffen als das Vertrauen in Ehre und Urteilsvermögen.2

Woher stammt dann die Legende?1 Aus Spottschriften des Jahres 1637, die spätere Autoren aufgriffen — vor allem Charles Mackay, dessen Buch von 1841 die Erzählung verbreitete.1

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