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Amsterdam gründet 1609 die Wisselbank gegen das Münzchaos

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1609 gründete die Stadt Amsterdam die Wisselbank, eine öffentliche Girobank: Große Wechsel mussten über sie laufen, gezahlt wurde durch Umbuchen. Ihr Bankgeld war mehr wert als die umlaufenden Münzen; 1820 wurde sie geschlossen.

1609 gründete die Stadt Amsterdam die Wisselbank als öffentliche Giro- oder Zahlungsbank.2 Als Tag nennen IsGeschiedenis und Beursgeschiedenis den 31. Januar 1609.13 Stephen Quinn und William Roberds beschreiben sie als städtische Wechselbank, die 1609 öffnete, eine damals in Europa verbreitete Einrichtung zur Abwicklung von Zahlungen.4

Um 1600 liefen nach IsGeschiedenis zwischen 800 und 1000 verschiedene Münzen um.1 Für die vielen fremden Münzen gab es kein gutes Verfahren, um Wechselkurse zu bestimmen.3 An der Bank ließen sie sich in vollwertige, allgemein anerkannte Handelsmünzen umtauschen.3 Der Stadtrat bestimmte, dass alle Wechsel über 600 Gulden über die neue Bank laufen mussten.1 Die Bank führte Konten, zwischen denen die Kunden durch Umbuchen zahlen konnten.3 Vorbild waren nach der Nederlandsche Bank öffentliche Depositenbanken in Italien, vor allem der Banco di Rialto in Venedig.2

Gulden auf einem Konto der Bank waren mehr wert als Guldenmünzen außerhalb, weil an ihrem Silbergehalt sicher nicht manipuliert worden war; den Aufschlag nannte man .1 Nach dem Arbeitspapier der Nederlandsche Bank lag das Agio über weite Strecken bei rund 5 Prozent.2 Quinn und Roberds sehen die Bank schon vor und nach ihrem Übergang zu einem Fiat-Standard mit Kreditvergabe und Offenmarktgeschäften befasst, zwei typischen Tätigkeiten einer Zentralbank.4 Ihre Satzung schloss Kredite aus; Darlehen an die VOC verstießen dagegen und wurden nicht offengelegt.2 Als Ende des achtzehnten Jahrhunderts bekannt wurde, dass sie der VOC große und riskante Kredite gegeben hatte, war das Vertrauen dahin.1 1820 wurde die Bank geschlossen, und De Nederlandsche Bank trat an ihre Stelle.23

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