--- id: amsterdamer-wisselbank-1609 title: Amsterdam gründet 1609 die Wisselbank gegen das Münzchaos date: '1609-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 - s4 summary: >- 1609 gründete die Stadt Amsterdam die Wisselbank, eine öffentliche Girobank: Große Wechsel mussten über sie laufen, gezahlt wurde durch Umbuchen. Ihr Bankgeld war mehr wert als die umlaufenden Münzen; 1820 wurde sie geschlossen. themeId: theme-gutes-und-schlechtes-geld seeAlso: - area: handel id: voc-1602 note: >- Die Handelskompanie, deren verdeckte Kredite die Bank am Ende das Vertrauen kosteten. - id: kipper-und-wipperzeit-1618 note: >- Zehn Jahre später zeigte das Reich, was ohne eine solche Bank mit dem Münzgeld geschah. - id: tulpenmanie-1637 note: >- Der Tulpenhandel fiel in die Stadt, deren Bank gerade zum Zahlungsplatz des Fernhandels geworden war. verification: verified sources: - key: s1 title: De Amsterdamse Wisselbank (1609–1820) (Lodewijk Petram) publisher: IsGeschiedenis url: https://isgeschiedenis.nl/longreads/de-amsterdamse-wisselbank-1609-1820 accessedAt: '2026-10-04' - key: s2 title: >- Stablecoin? The Bank of Amsterdam and the governance of money (Frost, Shin, Wierts; Working Paper No. 696) publisher: De Nederlandsche Bank url: https://www.dnb.nl/media/b11ekie2/wp_696.pdf accessedAt: '2026-10-04' - key: s3 title: The Bank of Amsterdam publisher: Beursgeschiedenis url: https://beursgeschiedenis.nl/en/all-moments/bank-of-amsterdam/ accessedAt: '2026-10-04' - key: s4 title: How Amsterdam got Fiat Money (Quinn, Roberds; Arbeitspapier) publisher: California Institute of Technology (Tagungsseite) url: http://www.its.caltech.edu/~rosentha/events/QuinnRoberds.pdf accessedAt: '2026-10-04' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Geld, Lücke 1024–1637)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-04' --- 1609 gründete die Stadt Amsterdam die Wisselbank als öffentliche Giro- oder Zahlungsbank.[^s2] Als Tag nennen IsGeschiedenis und Beursgeschiedenis den 31. Januar 1609.[^s1][^s3] Stephen Quinn und William Roberds beschreiben sie als städtische Wechselbank, die 1609 öffnete, eine damals in Europa verbreitete Einrichtung zur Abwicklung von Zahlungen.[^s4] Um 1600 liefen nach IsGeschiedenis zwischen 800 und 1000 verschiedene Münzen um.[^s1] Für die vielen fremden Münzen gab es kein gutes Verfahren, um Wechselkurse zu bestimmen.[^s3] An der Bank ließen sie sich in vollwertige, allgemein anerkannte Handelsmünzen umtauschen.[^s3] Der Stadtrat bestimmte, dass alle Wechsel über 600 Gulden über die neue Bank laufen mussten.[^s1] Die Bank führte Konten, zwischen denen die Kunden durch Umbuchen zahlen konnten.[^s3] Vorbild waren nach der Nederlandsche Bank öffentliche Depositenbanken in Italien, vor allem der Banco di Rialto in Venedig.[^s2] Gulden auf einem Konto der Bank waren mehr wert als Guldenmünzen außerhalb, weil an ihrem Silbergehalt sicher nicht manipuliert worden war; den Aufschlag nannte man Agio.[^s1] Nach dem Arbeitspapier der Nederlandsche Bank lag das Agio über weite Strecken bei rund 5 Prozent.[^s2] Quinn und Roberds sehen die Bank schon vor und nach ihrem Übergang zu einem Fiat-Standard mit Kreditvergabe und Offenmarktgeschäften befasst, zwei typischen Tätigkeiten einer Zentralbank.[^s4] Ihre Satzung schloss Kredite aus; Darlehen an die VOC verstießen dagegen und wurden nicht offengelegt.[^s2] Als Ende des achtzehnten Jahrhunderts bekannt wurde, dass sie der VOC große und riskante Kredite gegeben hatte, war das Vertrauen dahin.[^s1] 1820 wurde die Bank geschlossen, und De Nederlandsche Bank trat an ihre Stelle.[^s2][^s3] Ende der Datei: 4 Quellen.