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Der Stralsunder Frieden macht Kaufleute zur Vertragspartei eines Königs

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ZeitalterMittelalter

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1370 schließen 23 Hansestädte mit dem dänischen Reichsrat Frieden. Sie erhalten freien Handel im Ostseeraum, die Einnahmen der schonischen Burgen und ein Mitspracherecht bei der dänischen Königswahl — ein Bündnis von Kaufleuten verhandelt auf Augenhöhe mit einer Krone.

Am 24. Mai 1370 unterzeichneten der dänische Reichsrat und die Hansestädte in Stralsund die Friedensurkunden.1 Er beendete den zweiten Krieg der Hanse gegen den dänischen König Waldemar IV., genannt Atterdag, und gilt heute als Höhepunkt in der Entwicklung des mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebundes.1 Nach dem Sieg über Dänemark konnte die Hanse die Bedingungen diktieren und erhielt freie Hand im Handel in ganz Skandinavien.2

Ausgelöst hatte den Konflikt die Eroberung Gotlands und der Stadt Visby durch Waldemar im Jahr 1361; die in Greifswald versammelten Hansestädte erklärten ihm vier Tage später den Krieg.1 Die , gegründet am 19. November 1367, führte hansische und nichthansische Städte von den Niederlanden bis zur preußischen Ostseeküste zusammen, unterstützt von schwedischen und norddeutschen Verbündeten.1

Für die Zeit war unerhört, dass ein Königreich mit Kaufleuten Frieden schloss, mit Verhandlungspartnern, die nicht einmal Adlige waren.1 Die Hanse war kein Verein mit Vertrag, sondern ein Interessenverband.3 Auf ihrem Höhepunkt gehörten ihr bis zu 200 Städte an; lagen unter anderem in London, Brügge, Bergen und Nowgorod und boten den Fernhändlern sicheres Quartier auf fremdem Boden.3

Die Vorherrschaft hielt nicht.23 Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts beschnitten Dänemark, die Niederlande und Russland die hansischen Vorrechte wieder; 1494 wurde das Kontor in Nowgorod geschlossen, 1603 der Londoner Stalhof aufgegeben.3 Auf den Hansetagen waren 1669 weniger als zehn Städte vertreten; die förmliche Auflösung erfolgte erst 1862.2

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