Meton macht 432 v. Chr. in Athen den 19-Jahres-Zyklus bekannt
Im Jahr 432 v. Chr. machte Meton in Athen einen Zyklus bekannt, in dem 19 Sonnenjahre 235 Mondmonaten entsprechen. Über Kallippos, den Antikythera-Mechanismus und die Osterrechnung blieb er bis in den gregorianischen Kalender in Gebrauch.
Nach Diodor machte Meton, Sohn des Pausanias, im Jahr des Archonten Apseudes in Athen seinen 19-jährigen Zyklus öffentlich bekannt und legte dessen Beginn auf den 13. Tag des Monats Skirophorion.2 Dieses Jahr wird heute als 432 v. Chr. gezählt.4,5 Meton selbst wird über seine Beobachtung der Sommersonnenwende am 27. Juni 432 v. Chr. datiert; an diesem Tag begann der erste Zyklus.1 Der Zyklus beruht darauf, dass 19 Sonnenjahre im Mittel sehr genau 235 Mondmonaten entsprechen.1,4 Von den 19 Jahren bekamen zwölf je zwölf Monate und sieben je 13, mit einem eingeschobenen .4 Überliefert ist, dass der Zyklus genau 6.940 Tage umfasste.1
Neu war die Gleichung selbst nicht; sie war schon vor Meton bekannt.1 Wann die Babylonier sie kannten, geben die Quellen verschieden an: Das Dictionary of Scientific Biography nennt einen festen 19-Jahres-Zyklus im babylonischen Bürgerkalender ab 367 v. Chr. und eine uneinheitliche Kenntnis seit dem frühen 5. Jahrhundert,1 das Anchor Bible Dictionary eine verbindliche Regel ab 380 v. Chr., von der es seit 497 v. Chr. nur zwei Abweichungen gab.6 Eine Seite der NASA setzt die Erkenntnis ins 9. Jahrhundert v. Chr.5 Seit Scaliger nahmen viele Gelehrte an, Meton habe den attischen Bürgerkalender reformieren wollen.1 Nach dem Wissenschaftshistoriker G. J. Toomer übernahm jedoch kein griechischer Staat je eine feste Regel für den Schaltmonat; wahrscheinlich veröffentlichte Meton einen astronomischen Kalender für 19 Jahre.1
Kallippos rechnete später mit einer Jahreslänge von 365¼ Tagen und gab 76 Jahren 27.759 Tage.1 Sein Zyklus umfasst damit vier Meton-Zyklen weniger einen Tag.3 Der Antikythera-Mechanismus zeigt auf seinem oberen hinteren Zifferblatt die 235 Monate des Meton-Zyklus in einer Spirale, dazu ein Nebenzifferblatt für den Zyklus des Kallippos.3 Die frühen Christen benutzten den Meton-Zyklus, um den Ostertermin zu finden, und in seiner ursprünglichen Form blieb er bis 1582 in Gebrauch, als er überarbeitet in den gregorianischen Kalender einging.4 Auch der jüdische Kalender schaltet in jedem 19-Jahres-Zyklus sieben Monate ein, in den Jahren 3, 6, 8, 11, 14, 17 und 19.5
Siehe auch
- Caesars Kalender gilt ab dem 1. Januar 45 v. Chr. 45 v. Chr. Caesars Kalender rechnet nur mit der Sonne und verzichtet auf den Mondmonat, den Meton mit dem Sonnenjahr ausglich.
- Dionysius Exiguus zählt die Jahre ab Christus statt ab Diokletian 525 Seine Ostertafel beruht auf dem 19-jährigen Mondzyklus.
- Auf den 4. Oktober 1582 folgt der 15. Oktober 1582 Bis zu dieser Reform blieb der Zyklus in seiner ursprünglichen Form in der Osterrechnung.
- Rechentechnik Der Antikythera-Mechanismus berechnet in der Antike Himmelszyklen mit Zahnrädern 100 v. Chr. Das Gerät zeigt die 235 Monate des Meton-Zyklus auf einem eigenen Zifferblatt.
Hierher verwiesen
- Dionysius Exiguus zählt die Jahre ab Christus statt ab Diokletian 525 Woher der neunzehnjährige Mondzyklus kommt, aus dem die Ostertafel aufgebaut ist.
- Rechentechnik Der Antikythera-Mechanismus berechnet in der Antike Himmelszyklen mit Zahnrädern 100 v. Chr. Ein Zifferblatt des Geräts zeigt die 235 Monate dieses 19-jährigen Zyklus.
- Dekret von Kanopus schreibt 238 v. Chr. einen Schalttag vor 238 v. Chr. Ein anderer Weg, Kalender und Himmel abzugleichen: ein Zyklus von 19 Jahren für Mond und Sonne.
- Babylons ältestes astronomisches Tagebuch stammt von 652 v. Chr. 652 v. Chr. Zwei Jahrhunderte später machte Meton in Athen einen Zyklus bekannt, der Mondmonate und Sonnenjahre abgleicht.