--- id: meton-zyklus-432-v-chr title: Meton macht 432 v. Chr. in Athen den 19-Jahres-Zyklus bekannt date: -0431-01-01 datePrecision: year dateSources: - s4 - s5 summary: >- Im Jahr 432 v. Chr. machte Meton in Athen einen Zyklus bekannt, in dem 19 Sonnenjahre 235 Mondmonaten entsprechen. Über Kallippos, den Antikythera-Mechanismus und die Osterrechnung blieb er bis in den gregorianischen Kalender in Gebrauch. themeId: theme-mond-und-sonne wikidata: - id: Q285682 name: Meton-Zyklus seeAlso: - id: julianischer-kalender-45-v-chr note: >- Caesars Kalender rechnet nur mit der Sonne und verzichtet auf den Mondmonat, den Meton mit dem Sonnenjahr ausglich. - id: dionysius-exiguus-anno-domini-525 note: Seine Ostertafel beruht auf dem 19-jährigen Mondzyklus. - id: gregorianischer-kalender-1582 note: >- Bis zu dieser Reform blieb der Zyklus in seiner ursprünglichen Form in der Osterrechnung. - area: rechentechnik id: antikythera-mechanismus-100-v-chr note: >- Das Gerät zeigt die 235 Monate des Meton-Zyklus auf einem eigenen Zifferblatt. verification: verified sources: - key: s1 title: Meton (Complete Dictionary of Scientific Biography, G. J. Toomer) publisher: Encyclopedia.com (Gale) url: https://www.encyclopedia.com/science/dictionaries-thesauruses-pictures-and-press-releases/meton accessedAt: '2026-10-10' - key: s2 title: >- Diodorus Siculus, Library of History, Buch XII (Loeb, Übers. C. H. Oldfather) publisher: LacusCurtius, University of Chicago url: https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Diodorus_Siculus/12B*.html accessedAt: '2026-10-10' - key: s3 title: >- Decoding the ancient Greek astronomical calculator known as the Antikythera Mechanism (Freeth et al., Nature 444, 2006) publisher: Nature (Kopie der University at Buffalo) url: https://cse.buffalo.edu/faculty/rapaport/Papers/Papers.by.Others/ComprHist/freethetal06-antikythera.pdf accessedAt: '2026-10-10' - key: s4 title: Epact (Catholic Encyclopedia) publisher: New Advent url: https://www.newadvent.org/cathen/05480b.htm accessedAt: '2026-10-10' - key: s5 title: The Jewish calendar (Stargazers, David P. Stern) publisher: NASA Goddard Space Flight Center url: https://pwg.gsfc.nasa.gov/stargaze/Sjewcale.htm accessedAt: '2026-10-10' - key: s6 title: >- Calendars (Ancient Near East), F. Rochberg-Halton, Anchor Bible Dictionary (1992) publisher: >- Center for Online Judaic Studies (Wiedergabe des Anchor Bible Dictionary, Doubleday) url: https://cojs.org/calendars-_francesca_rochberg-halton_and_james_c-_vanderkam-_anchor_bible_dictionary_-ed-_david_noel_freedman-_doubleday-_new_york_1992/ accessedAt: '2026-10-10' disputed: - claim: Seit wann die Babylonier den 19-Jahres-Zyklus kannten positions: - value: >- fest im Bürgerkalender ab 367 v. Chr., uneinheitlich bekannt seit dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. source: s1 - value: seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. source: s5 - value: >- verbindliche Regel ab 380 v. Chr., seit 497 v. Chr. nur zwei Abweichungen source: s6 resolution: >- Zwei Fachwerke (s1, s6) setzen die regelmäßige Anwendung ins 5. und frühe 4. Jahrhundert v. Chr.; die Angabe 9. Jahrhundert (s5) stützt keine weitere Quelle. Eine Entdeckung unter Nabonassar (747 v. Chr.) nennt s6 nur als bestrittene Vermutung. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: wissenschaft)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-10' --- Nach Diodor machte Meton, Sohn des Pausanias, im Jahr des Archonten Apseudes in Athen seinen 19-jährigen Zyklus öffentlich bekannt und legte dessen Beginn auf den 13. Tag des Monats Skirophorion.[^s2] Dieses Jahr wird heute als 432 v. Chr. gezählt.[^s4][^s5] Meton selbst wird über seine Beobachtung der Sommersonnenwende am 27. Juni 432 v. Chr. datiert; an diesem Tag begann der erste Zyklus.[^s1] Der Zyklus beruht darauf, dass 19 Sonnenjahre im Mittel sehr genau 235 Mondmonaten entsprechen.[^s1][^s4] Von den 19 Jahren bekamen zwölf je zwölf Monate und sieben je 13, mit einem eingeschobenen Schaltmonat.[^s4] Überliefert ist, dass der Zyklus genau 6.940 Tage umfasste.[^s1] Neu war die Gleichung selbst nicht; sie war schon vor Meton bekannt.[^s1] Wann die Babylonier sie kannten, geben die Quellen verschieden an: Das Dictionary of Scientific Biography nennt einen festen 19-Jahres-Zyklus im babylonischen Bürgerkalender ab 367 v. Chr. und eine uneinheitliche Kenntnis seit dem frühen 5. Jahrhundert,[^s1] das Anchor Bible Dictionary eine verbindliche Regel ab 380 v. Chr., von der es seit 497 v. Chr. nur zwei Abweichungen gab.[^s6] Eine Seite der NASA setzt die Erkenntnis ins 9. Jahrhundert v. Chr.[^s5] Seit Scaliger nahmen viele Gelehrte an, Meton habe den attischen Bürgerkalender reformieren wollen.[^s1] Nach dem Wissenschaftshistoriker G. J. Toomer übernahm jedoch kein griechischer Staat je eine feste Regel für den Schaltmonat; wahrscheinlich veröffentlichte Meton einen astronomischen Kalender für 19 Jahre.[^s1] Kallippos rechnete später mit einer Jahreslänge von 365¼ Tagen und gab 76 Jahren 27.759 Tage.[^s1] Sein Zyklus umfasst damit vier Meton-Zyklen weniger einen Tag.[^s3] Der Antikythera-Mechanismus zeigt auf seinem oberen hinteren Zifferblatt die 235 Monate des Meton-Zyklus in einer Spirale, dazu ein Nebenzifferblatt für den Zyklus des Kallippos.[^s3] Die frühen Christen benutzten den Meton-Zyklus, um den Ostertermin zu finden, und in seiner ursprünglichen Form blieb er bis 1582 in Gebrauch, als er überarbeitet in den gregorianischen Kalender einging.[^s4] Auch der jüdische Kalender schaltet in jedem 19-Jahres-Zyklus sieben Monate ein, in den Jahren 3, 6, 8, 11, 14, 17 und 19.[^s5] Ende der Datei: 6 Quellen.