Der Antikythera-Mechanismus berechnet in der Antike Himmelszyklen mit Zahnrädern
Aus einem antiken Wrack vor Antikythera stammt ein Gerät mit bronzenen Zahnrädern, das Himmelsbewegungen berechnete. Wann es entstand, ist strittig: zwischen etwa 205 und 80 v. Chr.
Schwammtaucher entdeckten im Frühjahr 1900 in der Meerenge zwischen Kythera und Kreta ein antikes Schiffswrack.2 Darin fanden Taucher 1901 die Reste eines Geräts, das als Antikythera-Mechanismus bekannt wurde.1,3 Erhalten sind 82 Fragmente mit 30 korrodierten Zahnrädern aus Bronze, nach einer Studie von 2021 etwa ein Drittel des ursprünglichen Geräts.1 Das Hauptfragment ist im Nationalen Archäologischen Museum in Athen ausgestellt.3
Derek de Solla Price beschrieb es in seiner Monografie als astronomisches oder kalendarisches Rechengerät mit mehr als dreißig Zahnrädern.2 Nach dem Computer History Museum bestimmte es die Stellung von Sonne, Mond und Planeten, sagte Finsternisse voraus und verfolgte die Termine der Olympischen Spiele.3 Aufnahmen mit Röntgen-Computertomografie klärten 2005 den Aufbau der Rückseite, darunter die Vorhersage von Finsternissen.1 Die Monatsnamen auf der Rückseite entsprechen nach einem Forscherteam von 2008 denen, die in Korinth gebräuchlich waren.5 Science News schrieb damals, das Gerät sei allen anderen bekannten mechanischen Geräten seiner Zeit um mindestens 1.000 Jahre voraus.5
Wann der Mechanismus entstand, beantworten die Quellen verschieden: Nach der Studie in Nature von 2006 wurde er um das Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. gebaut.6 Science News datierte ihn 2008 ins 1. Jahrhundert v. Chr., Price auf etwa 80 v. Chr.5,1 James Evans und Christián Carman bestimmten 205 v. Chr. als Beginn des Zyklus, auf den das Gerät eingestellt war; ihre Universität folgert daraus, es sei 50 bis 100 Jahre älter, als die meisten Fachleute angenommen hatten.4 Ausdrücklich als weit unsicherer fügt die Meldung hinzu, das mache eine Erzählung Ciceros plausibler, nach der Archimedes ein ähnliches Gerät baute und Marcellus es nach der Eroberung von Syrakus nach Rom brachte.4 Nach Alexander Jones ist 205 v. Chr. das Datum, auf das Zeiger und Räderwerk gestellt sind, nicht das Baujahr; als Obergrenze gilt der Schiffbruch um 60 v. Chr.7
Siehe auch
- Pascaline: Pascals Rechenmaschine führt den Übertrag selbst aus 1642 Die nächste Rechenmaschine mit Zahnrädern im Bestand entstand rund siebzehn Jahrhunderte später.
- Wissenschaft Su Song baut in Kaifeng einen Uhrturm, den Wasserkraft antreibt 1092 Auch Su Songs Uhrturm bildete mit einem Räderwerk die Bewegung des Himmels nach.
- Kunst Marcellus bringt 212 v. Chr. die Kunstwerke aus Syrakus nach Rom 212 v. Chr. Die Eroberung von Syrakus, nach der Marcellus laut Cicero ein ähnliches Gerät des Archimedes nach Rom brachte.
- Wissenschaft Meton macht 432 v. Chr. in Athen den 19-Jahres-Zyklus bekannt 432 v. Chr. Ein Zifferblatt des Geräts zeigt die 235 Monate dieses 19-jährigen Zyklus.
Hierher verwiesen
- Wissenschaft Dondis Astrarium zeigt Stunden und den Lauf von sieben Planeten 1380 Rund anderthalb Jahrtausende früher bildete ein Räderwerk schon einmal Himmelszyklen ab.
- Rechentafel von Salamis gilt als ältestes erhaltenes Rechengerät 350 v. Chr. Das zweite antike Rechengerät im Bestand rechnet nicht mit gelegten Steinen, sondern mit Zahnrädern.
- Wissenschaft Meton macht 432 v. Chr. in Athen den 19-Jahres-Zyklus bekannt 432 v. Chr. Das Gerät zeigt die 235 Monate des Meton-Zyklus auf einem eigenen Zifferblatt.