Bi Sheng schneidet die Seite in einzelne Zeichen
Zwischen 1041 und 1048 brannte Bi Sheng jedes Schriftzeichen einzeln aus Ton und setzte daraus Druckseiten zusammen. Vier Jahrhunderte vor Gutenberg — und doch blieb in China der Holzblock in Gebrauch.
Zwischen 1041 und 1048 stellte Bi Sheng in der nördlichen Song-Zeit Drucktypen her, die sich neu zusammensetzen ließen.4,5 Er schnitt jedes Schriftzeichen einzeln in klebrigen Ton, dünn wie der Rand einer Kupfermünze, und brannte die Stücke hart.1,2 Zum Setzen strich er eine Mischung aus Kiefernharz, Wachs und Papierasche auf eine eiserne Platte, stellte einen eisernen Rahmen darauf und füllte ihn mit Typen; erwärmt und mit einem Brett glatt gedrückt, ergab das eine feste Druckform.2,3 Mit zwei Platten im Wechsel ließ sich setzen, während die andere druckte.3
Ein genaues Jahr nennt keine der Quellen, und die Spannen gehen auseinander.1,2,4,5 Das einzige Zeugnis ist Shen Kuos Aufzeichnung: Sie nennt die Regierungsdevise Qingli, also 1041 bis 1048.2,5 Zwei weitere Darstellungen datieren die Erfindung ebenso.4,5 Eine Übersicht nennt etwa 1045 und bleibt damit innerhalb dieser Spanne; die weiter gefasste Angabe, die schon 1039 beginnt, steht dagegen allein.1,2 Bi Sheng war ein Mann ohne Amt, und über sein Leben ist wenig bekannt; er starb 1051, und sein 1990 gefundenes Grab liegt in Yingshan in der heutigen Provinz Hubei.1 Der Gelehrte Shen Kuo beschrieb das Verfahren in seinen Pinselunterhaltungen am Traumbach.1,3 Überliefert ist die Erfindung nur durch diese Aufzeichnung.2 Ein hoher Ratgeber am Hof der Südlichen Song schrieb sie deshalb irrtümlich Shen Kuo selbst zu, der sie ausdrücklich Bi Sheng zugeschrieben hatte.2
Durchgesetzt hat sich das Verfahren in China nicht.1 Die Schrift umfasst zehntausende Zeichen, und die Zahl derer, die lesen konnten, war begrenzt; der blieb deshalb das übliche Mittel.1 Der Druck mit beweglichen Lettern verbreitete sich später auch nach Korea, Japan, in den Nahen Osten und nach Europa, wo Gutenberg rund vier Jahrhunderte später zu ähnlichen Lösungen kam.1
Siehe auch
- Das Diamantsutra trägt sein eigenes Druckdatum 868 Hundertsiebzig Jahre zuvor: dieselbe Technik, aber die ganze Seite in einem Block.
- Der Jikji wird mit gegossenen Lettern gedruckt 1377 Dreihundert Jahre später wird derselbe Gedanke in Metall ausgeführt.
- Der Mainzer Psalter trägt als erstes Buch sein Druckdatum 1457 In Europa führt derselbe Ansatz zu einem Gewerbe, in China blieb er eine Episode.
Hierher verwiesen
- Wissenschaft Su Song baut in Kaifeng einen Uhrturm, den Wasserkraft antreibt 1092 Aus derselben nördlichen Song-Zeit, und auch dort ist eine Technik nur durch eine schriftliche Beschreibung überliefert.
- Cai Lun meldet dem Kaiser einen neuen Beschreibstoff 105 Derselbe Beschreibstoff, nun mit beweglichen Lettern bedruckt.