ARD: Sechs Rundfunkanstalten schließen sich in Bremen zusammen
Im Juni 1950 vereinbaren sechs Landesrundfunkanstalten in Bremen eine Arbeitsgemeinschaft. Der Zusammenschluss ersetzt keine Zentrale — er verhindert eine.
Am 9. und 10. Juni 1950 kamen in Bremen sechs Landesrundfunkanstalten zusammen und beschlossen eine „Vereinbarung über die Errichtung einer Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland".1,2 Beteiligt waren der Nordwestdeutsche Rundfunk, der Bayerische Rundfunk, der Hessische Rundfunk, Radio Bremen, der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk.2 In Kraft trat die Vereinbarung am 26. Juli 1950, nachdem die Gremien aller Anstalten zugestimmt hatten; die konstituierende Sitzung der Intendanten folgte am 5. August in München.2
Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Westalliierten Hörfunk und Fernsehen in ihren Besatzungszonen neu ein; Vorbild war dabei das britische Konzept eines gebührenfinanzierten Rundfunks, staatsunabhängig und doch nicht privatwirtschaftlich.1 Die Landesanstalten waren entstanden, indem die Besatzungsmächte ihre Sender schrittweise in deutsche Hände gaben.1 Die Anstalten unterschieden sich erheblich in Größe und Finanzkraft, und genau daraus entstand die Notwendigkeit zur sendegebietsübergreifenden Zusammenarbeit.1
Im Januar 1952 beschlossen die Anstalten ein gemeinsames Programm, am 25. Dezember 1952 begann der Sendebetrieb.2 Wann die ARD gegründet wurde, geben die Quellen dabei unterschiedlich an — je nachdem, ob die Versammlung, das Inkrafttreten oder die konstituierende Sitzung gemeint ist.2,3
Siehe auch
- Vox-Haus: Deutscher Rundfunk beginnt 1923 ohne zahlenden Hörer 1923 Der Anfang, den der zentral geführte Reichsrundfunk später vereinnahmte.
- Das Bundesverfassungsgericht untersagt das Regierungsfernsehen 1961 Elf Jahre später bestätigt das Verfassungsgericht die föderale Zuständigkeit gegen den Bund.
Hierher verwiesen
- Reformstaatsvertrag: Die Länder verordnen weniger Programme 2025 Der Verbund, der 1950 aus sechs Anstalten entstand, soll nun weniger doppelt machen.