Filter

CERN stellt die Software des World Wide Web gemeinfrei

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterNeueste GeschichteNeuzeitZeitgeschichte

Zuletzt geändert am

Am 30. April 1993 erklärt CERN die Software des World Wide Web für gemeinfrei: Client, Server und Programmbibliothek, ohne Gebühren und ohne Auflagen. Die Entscheidung ist der Grund, warum das Web ein offener Standard wurde und nicht ein Produkt.

Am 30. April 1993 stellte CERN die Software des World Wide Web gemeinfrei.1 Das Schriftstück war "To whom it may concern" adressiert und umfasste den einfachen Client, den einfachen Server und die gemeinsame Programmbibliothek.2 Die Leitung des Hauses erklärte damit, dass die Technik von jedem genutzt werden dürfe, ohne dass Gebühren an CERN zu zahlen seien.4

Als Zweck nannte das Papier, Kompatibilität, gemeinsame Praxis und Standards in der Vernetzung und in der rechnergestützten Zusammenarbeit zu fördern.2 Die Entscheidung passte zum Auftrag des Hauses: Die Gründungskonvention von 1953 verpflichtet CERN auf Grundlagenforschung ohne militärischen Zweck und darauf, Ergebnisse zu veröffentlichen oder anderweitig allgemein zugänglich zu machen.2

Die Wirkung war schnell messbar.1 Bis Ende 1993 waren über 500 Webserver bekannt, und das Web machte etwa ein Prozent des gesamten Internetverkehrs aus; ein Jahr später waren es 10.000 Server, davon 2.000 gewerbliche, und zehn Millionen Nutzer.1 Berners-Lee selbst hat den Zusammenhang später knapp benannt: "Had the technology been proprietary, and in my total control, it would probably not have taken off."3

Die Freigabe sorgte dafür, dass das Web als offener Standard wirken konnte, und wirkte sofort auf seine Verbreitung.1 Zwei Juristen des CERN schrieben 2019 im CERN Courier, das Haus würde heute wieder so entscheiden, allerdings mit einer regulären Open-Source-Lizenz; 1993 hatte es auf alle Rechte an der Software verzichtet.2

Siehe auch