Venedig bringt 1204 die vier Pferde von San Marco als Beute aus Konstantinopel
Nach der Eroberung Konstantinopels im Vierten Kreuzzug brachten die Venezianer 1204 vier vergoldete antike Pferdestatuen nach Venedig. Napoleon nahm sie 1797 nach Paris, 1815 kehrten sie zurück; die Originale stehen heute im Museum der Markusbasilika.
Nach der Eroberung Konstantinopels im Vierten Kreuzzug brachten die Venezianer 1204 vier vergoldete Pferdestatuen als Beute nach Venedig.1,3 Nach der Getty-Datenbank CONA standen sie zuvor im Hippodrom der Stadt und gehörten zu einer , einem Viergespann.1 Die Flotte stand unter dem Dogen Enrico Dandolo; nach dem Magazin Time schenkte er die Pferde seiner Republik.2 Nach Getty wurden sie um 1265 an der Fassade der Markusbasilika aufgestellt.1
Wann und von wem die Pferde geschaffen wurden, ist nicht geklärt.2 Getty nennt eine Spanne zwischen 300 v. Chr. und 400 n. Chr. und bezeichnet die frühe Datierung samt der Zuschreibung an den griechischen Bildhauer Lysipp als heute allgemein abgelehnt.1 Nach der Ansicht, die Time wiedergab, sind sie römisch und stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.2 Anders als die meisten antiken Bildwerke bestehen sie nicht aus Bronze im engeren Sinn, sondern fast aus reinem Kupfer mit geringen Anteilen von Blei und Zinn.4,3
1797 nahm Napoleon die Pferde nach Paris, wo sie auf dem Arc de Triomphe du Carrousel vor dem Louvre standen, bis sie 1815 nach seinem Sturz zurückkehrten.5,1 Die Encyclopaedia Romana datiert ihre Abnahme und Restaurierung auf die Jahre 1974 bis 1981.4 Gefördert wurden die Arbeiten vom Unternehmen Olivetti, das von 1979 an eines der Pferde in einer Ausstellung in London und 1980 in New York zeigte.3 Seit 1982 stehen auf der Loggia Kopien.5 Die Originale sind im Museo Marciano im Innern der Basilika untergebracht.4
Siehe auch
- Sport Nika-Aufstand: Blaue und Grüne erheben sich 532 gegen Justinian 532 Im Hippodrom, aus dem die Pferde stammen, endete 532 ein Aufstand der Zirkusparteien mit einem Massaker.
- Der Louvre öffnet am 10. August 1793 als Museum der Republik 1793 Napoleon stellte die Pferde vor dem Louvre auf, der sich mit der Beute seiner Feldzüge füllte.
- Konflikte Wiener Kongress: Acht Mächte ordnen Europa neu 1815 Nach Napoleons Sturz wurde Beutekunst zurückverlangt; 1815 kehrten auch die Pferde nach Venedig zurück.
- Religion Ein päpstlicher Legat bannt 1054 in der Hagia Sophia den Patriarchen von Konstantinopel 1054 Die Spaltung zwischen lateinischer und griechischer Kirche bestand, als Kreuzfahrer 1204 Konstantinopel plünderten.
Hierher verwiesen
- Am 3. Dezember 1998 billigen 44 Regierungen die Washingtoner Prinzipien zur NS-Raubkunst 1998 Beutekunst wurde schon 1815 zurückgegeben, lange bevor es gemeinsame Grundsätze dafür gab.
- Geld Venedig beschließt 1284 den Golddukaten, der bis 1797 geprägt wird 1284 Bis zum Dukaten zahlte Venedig mit byzantinischem Gold aus dem 1204 gegründeten Lateinischen Kaiserreich.
- Karl der Große bringt 801 Theoderichs Reiterstatue nach Aachen 801 Auch Venedig holte antike Bronzepferde aus einer fremden Hauptstadt und stellte sie an seinem Machtzentrum auf.
- Schlangensäule kommt um 330 aus Delphi nach Konstantinopel 330 Die Pferde von San Marco standen im selben Hippodrom, bis Venedig sie 1204 erbeutete.
- Marcellus bringt 212 v. Chr. die Kunstwerke aus Syrakus nach Rom 212 v. Chr. Auch Venedig stellte erbeutete griechische Bildwerke als Zeichen des Sieges in der eigenen Stadt auf.