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Wiener Kongress: Acht Mächte ordnen Europa neu

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Am 9. Juni 1815 unterzeichnen acht Mächte in Wien eine Schlussakte von über hundert Artikeln. Sie regelt Grenzen, aber auch Flussschifffahrt, Schweizer Neutralität und den Sklavenhandel — und hält fast hundert Jahre.

Am 9. Juni 1815 wurde in Wien die Schlussakte des Kongresses unterzeichnet, ein Vertragswerk von über hundert Artikeln.12 Acht Ausfertigungen gingen an die acht Mächte des Kongresses: Österreich, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Preußen, Russland, Spanien und Schweden.1 Der Kongress hatte im September 1814 begonnen, nach Napoleons erster Abdankung, und endete neun Tage vor Waterloo; den Vorsitz führte der österreichische Außenminister Klemens von Metternich.3 Das österreichische Exemplar liegt im Österreichischen Staatsarchiv und steht seit 1997 im Weltdokumentenerbe der UNESCO.1

Geregelt wurde mehr als der Zuschnitt von Grenzen.13 Der Kongress schuf den Deutschen Bund aus 39 Staaten, garantierte die der Schweiz, verurteilte den Sklavenhandel und ordnete die Schifffahrt auf Rhein und Donau.13 Der Vertragstext selbst wurde auf Französisch abgefasst; die englische Fassung, die Lord Castlereagh dem britischen Parlament vorlegte, ist eine Übersetzung.2

Ob Spanien am 9. Juni mitunterzeichnete, geben die Nachschlagewerke verschieden an.134 Die UNESCO führt es unter den unterzeichnenden Mächten, ebenso die Encyclopedia of Modern Europe.14 Die englische Wikipedia nennt dagegen sieben Unterzeichner ohne Spanien und datiert dessen Beitritt auf den 7. Mai 1817.3 Den Grund für die Weigerung nennt sie ebenfalls, eine Mischung aus Machtpolitik und Geld: die Stellung Österreichs in Norditalien, die geringe Beteiligung der kleineren Mächte und eine Entschädigung von fünf Millionen Franc, während andere Großmächte je hundert Millionen erhielten.3 Die Ordnung, die in Wien entstand, hielt fast hundert Jahre ohne einen großflächigen europäischen Krieg und gilt als Vorbild für spätere Staatenbünde bis hin zum Völkerbund.3

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