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Peter Stromer sät 1368 im Nürnberger Reichswald Nadelholz

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterMittelalter

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Zu Ostern 1368 begann der Nürnberger Patrizier Peter Stromer, im übernutzten Reichswald Wald zu säen. Mit seiner Nadelholzsaat wurden bald auch andernorts verwüstete Wälder neu begründet; im Reichswald legte sie den Grund für die Kiefernbestände.

Zu Ostern 1368 begann der Nürnberger Patrizier Peter Stromer bei Lichtenhof im südlichen Lorenzer Wald, Wald zu säen.2 Nach der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft entwickelte er 1368 eine erfolgreiche Technik der Waldsaat.1 Ralf Petercord beschreibt sie als die erste Nadelholzsaat im Nürnberger Reichswald.4 Die Fläche betrug nach der Überlieferung „fil hundert morgen“; bekannt ist das aus dem „Püchel von meinem geslecht und von abenteur“, das Stromers Bruder Ulman um 1390 schrieb.2

Die Wälder um die Reichsstadt waren schon im 14. Jahrhundert durch den Holzbedarf der Stadt und ihres Gewerbes stark belastet.1 1309 befahl Kaiser Heinrich VII. den Nürnbergern, den verwüsteten Reichswald „wieder zu Wald zu machen“.2 Stromer (um 1310 bis 1388) gehörte zu den Hauptherren des Handelshauses Stromer, das Fernhandel, Bergbau und Hüttenwesen betrieb und zeitweise der größte Holzbezieher aus dem Reichswald war.1 Der BUND Naturschutz nennt als Beweggrund puren Eigennutz: Stromer habe Holz für sein Gewerbe gebraucht.3

Nach der Landesanstalt wurden bald in ganz Europa verwüstete Wälder nach Art der Nürnberger Tannensäer neu begründet.1 1457 ließ Kaiser Friedrich das Steinfeld bei Wien mit Nürnberger Samen aufforsten.2 Eißing hält Stromer für den Begründer der modernen Forstwirtschaft.2 Der BUND Naturschutz schreibt ihm zugleich den Grundstein für die Monokulturen zu, die den Reichswald bis heute prägen.3

Welche Bäume gesät wurden, geben die Quellen unterschiedlich an: Petercord nennt Tannen, Fichten und Kiefern,4 der BUND Naturschutz nur Kiefern.3 Nach Eißing ließ Stromer bis zu seinem Tod vor allem Tannen und Föhren, aber auch Birken säen.2 Eißing gibt aber zu bedenken, dass „Tannen“ häufig für Nadelholz überhaupt stand; aus dem Wort „Tannensäer“ folge nicht, dass Tannensamen ausgebracht wurden.2 Die Neue Deutsche Biographie nennt Fichten und Kiefern als durch die Quellen belegt, Tannen nur als vermutet.5 Beim Jahr weicht die Zeittafel des BUND Naturschutz mit 1386 von seinem eigenen Fließtext ab, der 1368 nennt.3

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