John Evelyns „Sylva“ ruft 1664 Englands Grundbesitzer zum Pflanzen von Bäumen auf
1664 erschien John Evelyns „Sylva“ als erstes Buch der Royal Society. Anlass war der Holzmangel der englischen Marine; Evelyn forderte, auf den Gütern Bäume aller Arten zu pflanzen.
1664 erschien in London John Evelyns „Sylva, or a Discourse of Forest-Trees, and the Propagation of Timber in His Majesty's Dominions“, nach dem Katalog des Soane-Museums das erste Werk, das die Royal Society herausgab.1 Auch der Forsthistoriker John Dargavel nennt es das erste Buch der Gesellschaft.2 Das South African Journal of Science spricht vorsichtiger von einem der ersten.3 Den Anstoß gaben die Commissioners of the Navy, die 1662 Vorschläge zur Verbesserung und Anpflanzung von Bauholz an die neu gegründete Royal Society schickten; ein kleiner Ausschuss unter Evelyn machte daraus einen Bericht.4 Nach dem Titel der Ausgabe von 1776 trug Evelyn den Text am 15. Oktober 1662 vor der Royal Society vor, auf Anfragen der Marineverwaltung hin.1
Der Marine fehlte Holz, vor allem haltbare Eiche für die Spanten und Ulme für die Decks.2 Evelyn sah die Ursache in den Schäden, die Bürgerkrieg und Nachkriegszeit in den Wäldern der Privatgüter hinterlassen hatten; nach Dargavel lag ein Teil des Problems wahrscheinlich eher in der Misswirtschaft der Werften und der königlichen Forste.2 Als Abhilfe verlangte Evelyn in der Einleitung „an universal plantation of all the sorts of trees“, also Pflanzungen aller Baumarten im ganzen Land.2 Das Buch sollte erklären, wie sich die Bäume des Landes nutzen lassen, ohne sie zu erschöpfen, damit der Schiffbau der Marine vorankam.3 Nach dem South African Journal of Science formulierte Evelyn damit in England eine Idee von , die als Grundsatz der Forstwirtschaft entstand; Hans Carl von Carlowitz nennt die Zeitschrift einen Zeitgenossen Evelyns.3
Die erste Auflage von tausend Exemplaren war nach weniger als zwei Jahren vergriffen.2,4 Im Vorwort der zweiten Auflage behauptete Evelyn, das Buch habe dem Land mehr als zwei Millionen Nutzbäume verschafft; die Zahl stammt von ihm selbst.4 Er erweiterte das Werk bis zu seinem Tod, die dritte Auflage erschien 1679.2,4 Danach ließ das Interesse nach, bis Alexander Hunter in York 1776 eine ausführlich kommentierte Ausgabe herausgab.1
Bei den späteren Auflagen weichen die Angaben voneinander ab: Das Soane-Museum und Dargavel datieren die vierte auf 1706, kurz nach Evelyns Tod, der Blog The Garden History auf 1690.1,2,4 Die zweite Auflage setzt Dargavel auf 1669, der Blog und der Katalogeintrag des Internet Archive auf 1670.2,4,5
Siehe auch
- Hans Carl von Carlowitz fordert 1713 eine „nachhaltende Nutzung“ des Waldes 1713 Fünfzig Jahre später stellte Carlowitz in Sachsen dieselbe Frage nach dem Holz, das nachwachsen muss.
- Wissenschaft Philosophical Transactions: Aus Briefwechseln wird Zeitschrift 1665 Ein Jahr nach der „Sylva“ begann die Royal Society ihre Zeitschrift.
Hierher verwiesen
- Peter Stromer sät 1368 im Nürnberger Reichswald Nadelholz 1368 Fast dreihundert Jahre später ruft Evelyn in England dazu auf, Bäume zu säen und zu pflanzen.
- Edward I. verbietet um 1306/07 in London das Verbrennen von Seekohle 1306 Drei Jahre vor „Sylva“ hatte Evelyn in „Fumifugium“ den Kohlenrauch Londons beklagt.
- Hadrians Waldinschriften im Libanon reservieren vier Baumarten 118 Wieder fehlt einer Seemacht das Holz für ihre Schiffe, diesmal England.