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Hans Carl von Carlowitz fordert 1713 eine „nachhaltende Nutzung“ des Waldes

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1713 erschien die „Sylvicultura oeconomica“ des sächsischen Oberberghauptmanns Hans Carl von Carlowitz. Gegen den Holzmangel im Bergbau verlangte er eine „nachhaltende Nutzung“ des Waldes; darauf geht der Begriff der Nachhaltigkeit zurück.

1713 erschien zur Leipziger Ostermesse die „Sylvicultura oeconomica“ des Freiberger Oberberghauptmanns Hans Carl von Carlowitz.1 Nach dem Umweltbundesamt führte er darin den Begriff der „nachhaltenden Nutzung“ erstmals ein.3 Carlowitz forderte, das Holz so zu erhalten und anzubauen, „daß es eine continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe“.12 Gemeint war eine Waldwirtschaft, bei der nicht mehr Holz geschlagen wird, als wieder nachwächst.3 Der Textkern des Buches umfasst 414 Seiten in zwei Teilen mit 18 und 10 Kapiteln.9 Für die beiden Teile nennt dieselbe Einführung allerdings 262 und 167 Seiten, zusammen also 429; sie verzeichnet auch Fehler in der Seitenzählung, die die Ausgabe von 1713 nicht korrigiert hat: Es fehlen die Seiten 263 und 264, und auf Seite 430 folgen die Seiten 413 und 414.9

Der hohe Holzbedarf, vor allem im Berg- und Hüttenwesen, hatte zu massiver Abholzung geführt.1 Als Oberberghauptmann war Carlowitz unter anderem dafür zuständig, den Bergbau mit Holz zu versorgen.2 Nach der Neuen Deutschen Biographie veranlasste ihn die Sorge um die Wälder des Erzgebirges, die Bergbau und Gewerbe stark angegriffen hatten, zu dem Buch; sie nennt es das erste rein forstliche Werk der Welt ohne die herkömmliche Bindung an Landwirtschaft und Jagd.5 Die Sächsische Biografie spricht vom ersten rein forstlichen Fachbuch in deutscher Sprache.4

Die TU Bergakademie Freiberg schreibt, Carlowitz habe den bis heute gültigen Begriff der forstlichen geprägt.1 Die Sächsische Biografie hält dagegen fest, er sei nicht der „Vater der Nachhaltigkeit“, habe das Prinzip aber eindringlich beschrieben.4 Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft schreibt ihm das Verdienst zu, das Prinzip als Erster schriftlich festgehalten zu haben; die Idee sei aber älter.7 Jens Soentgen weist darauf hin, dass „nachhaltend“ bei Carlowitz an einer einzigen Stelle steht, und führt die Rolle als „Erfinder“ der Nachhaltigkeit auf Ulrich Grober zurück.8 Eine Auswertung, die waldwissen.net wiedergibt, schließt aus anderen Textstellen, dass Carlowitz mit „nachhaltend“ vor allem aus stilistischen Gründen ein weiteres Wort für Begriffe wie „beständig“ und „pfleglich“ suchte.6 Auch seine Lebensdaten schwanken: Geboren wurde er nach der Neuen Deutschen Biographie und der TU Bergakademie Freiberg am 14. Dezember 1645, nach der Sächsischen Biografie am 14. Oktober 1645.514

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