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Platons „Kritias“ beschreibt, wie Attika Wald und Boden verlor

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ZeitalterAltertum

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Im Dialog „Kritias“, wohl in den 350er Jahren v. Chr. entstanden, lässt Platon beschreiben, wie Attikas Berge ihren Wald und das Land seinen Boden verloren. Das Regenwasser fließe seither über die kahle Erde ins Meer ab.

In seinem Dialog „Kritias“ lässt Platon die Titelfigur schildern, wie das Land Attika seinen Boden verloren hat.12 Verglichen mit früher sei nur noch so etwas wie das Gerippe eines ausgezehrten Körpers übrig, weil der fette und weiche Teil des Bodens abgetragen worden sei.12 Einst hätten die Berge reichlich Wald getragen.1 Manche von ihnen ernährten jetzt nur noch Bienen, doch vor nicht langer Zeit habe man dort Bäume für die Dachbalken großer Häuser geschlagen.12 Damals habe der Boden das jährliche Regenwasser aufgenommen und gespeichert, statt es wie jetzt über die kahle Erde ins Meer abfließen zu lassen.1

Die Schilderung steht in der Erzählung von Atlantis und seinem Krieg mit Athen, rund 9.000 Jahre vor dem Gespräch.4 In diesen 9.000 Jahren habe es viele große Fluten gegeben.1 Die Historiker Ilski und Kotłowska lesen die Passage als Beschreibung von Bodenerosion: Übermäßiger Holzeinschlag, zu wenige Neupflanzungen und fehlende Pflege der Landschaft hätten dazu geführt, dass der Boden kein Wasser mehr aufnahm und abgetragen wurde.2 Als Anlass für Platons Aufmerksamkeit vermuten sie zum einen das Erdbeben von 373/72 v. Chr., das die Städte Helike und Bura zerstörte, zum anderen seine eigene Erfahrung, wie Menschen die Umwelt veränderten.2 Dass sich die Kritik gegen die demokratische Führung Athens richte, wie Trampedach annimmt, ändere nach ihnen nichts daran, wie der Text den Vorgang der Erosion beschreibt.2

Wann der Dialog entstand, ist nicht gesichert; selbst über seine Stellung unter den späten Dialogen besteht keine Einigkeit.3 Ilski und Kotłowska nehmen an, dass Platon ab 357 v. Chr. an ihm schrieb.2 Setzt man die Abfassung in die erste Hälfte der 350er Jahre v. Chr., lässt sich der Dialog als Warnung an Athen vor einer aggressiven Machtpolitik lesen.3 Der „Kritias“ ist als Mittelteil einer Trilogie angelegt, nach dem „Timaios“; den abschließenden „Hermokrates“ schrieb Platon nie.2

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