Solons Gesetze regeln Brunnen, Baumabstände und Wolfsprämien
Solon regelte als Archon von Athen per Gesetz, wer öffentliche Brunnen nutzt, wie weit Bäume vom Nachbarfeld stehen und was ein erlegter Wolf einbringt. Gewählt wurde er 594 v. Chr., überliefert hat die Regeln Plutarch.
Solon wurde 594 v. Chr. zum Archon von Athen gewählt und erhielt unbeschränkte Vollmacht, die nötigen Maßnahmen zu treffen.4 Als überliefertes Jahr seines Archontats gilt 594/593 v. Chr.3 Zu seinen Gesetzen gehörte eine Regel für Brunnen: Wer innerhalb von vier Stadien einen öffentlichen Brunnen hatte, nutzte ihn, wer weiter entfernt wohnte, musste selbst graben.1,2 Fand jemand auf eigenem Land auch in zehn Klaftern Tiefe kein Wasser, durfte er sich zweimal am Tag beim Nachbarn Wasser holen.1,2
Wer einen Baum pflanzte, musste fünf Fuß Abstand zum Feld des Nachbarn halten, bei Feigen- und Ölbäumen neun.1,2 Plutarch begründet das damit, dass diese Bäume mit ihren Wurzeln weiter reichten und anderen die Nahrung nähmen.1 Bienenstöcke mussten dreihundert Fuß von denen entfernt stehen, die ein anderer schon aufgestellt hatte.1 Wer einen Wolf brachte, bekam fünf Drachmen, für ein Wolfsjunges eine; die erste Summe entsprach nach Demetrios von Phaleron dem Preis eines Rindes.1 Die Athener seien seit alters Feinde der Wölfe gewesen, schreibt Plutarch, weil ihr Land sich besser als Weide denn als Acker eigne.1
Was über Solons Leben bekannt ist, stammt vor allem aus den Schriften Plutarchs und des Diogenes Laertius.4 Alan E. Samuel sieht in den Regeln für Handel und Landwirtschaft eine erhebliche Beschränkung der Nutzung privaten Eigentums durch den Staat.2 Er fragt zugleich, ob alle bei Plutarch und Aristoteles genannten Reformen tatsächlich aus derselben Zeit stammen.2 Strittig ist auch das Datum: Bis zum Fund der Athenaion Politeia war 594/593 v. Chr. unbestritten, danach kamen Zweifel auf.3 Molly Miller schlug 1959 vor, Solon mit Herodot gegen die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. zu setzen.2
Siehe auch
- Lysias’ Ölbaumrede verteidigt einen Athener gegen Baumfrevel 396 v. Chr. Ein späterer Athener Fall, in dem Ölbäume Gegenstand des Rechts sind.
- Ilissos-Verbot hält Häute und Gerbabfälle aus dem Athener Fluss 435 v. Chr. Eine weitere Athener Regel zum Wasser, aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.
- Platons „Kritias“ beschreibt, wie Attika Wald und Boden verlor 357 v. Chr. Plutarch nennt Attika eher Weide- als Ackerland; Platon beschreibt, wie dasselbe Land Wald und Boden verlor.