--- id: stromer-waldsaat-reichswald-1368 title: Peter Stromer sät 1368 im Nürnberger Reichswald Nadelholz date: '1368-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 summary: >- Zu Ostern 1368 begann der Nürnberger Patrizier Peter Stromer, im übernutzten Reichswald Wald zu säen. Mit seiner Nadelholzsaat wurden bald auch andernorts verwüstete Wälder neu begründet; im Reichswald legte sie den Grund für die Kiefernbestände. themeId: theme-wald-und-nachhaltigkeit seeAlso: - id: evelyn-sylva-1664 note: >- Fast dreihundert Jahre später ruft Evelyn in England dazu auf, Bäume zu säen und zu pflanzen. - id: carlowitz-sylvicultura-oeconomica-1713 note: >- Auch Carlowitz antwortet auf Holzmangel durch Bergbau und Hütten, aber mit einem Buch statt einer Saat. - id: cotta-forstlehranstalt-tharandt-1811 note: >- Den Waldbau, der bei Stromer mit der Saat begann, lehrte Cotta ab 1811 in Tharandt als Fach. verification: verified sources: - key: s1 title: Der Tannensäer von Nürnberg (Joachim Hamberger, LWF-aktuell 82) publisher: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) url: https://www.lwf.bayern.de/wissenstransfer/forstliche-informationsarbeit/008397/index.php accessedAt: '2026-10-05' - key: s2 title: >- Der Nürnberger Reichswald – Wiege der Forstwirtschaft (Thomas Eißing), in: Der Reichswald. Holz für Nürnberg und seine Dörfer, 2013 publisher: >- Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim / Otto-Friedrich-Universität Bamberg url: https://fis.uni-bamberg.de/server/api/core/bitstreams/54559ecc-2327-4198-b5f9-8845f61dc311/content accessedAt: '2026-10-05' - key: s3 title: Nürnberger Reichswald publisher: BUND Naturschutz in Bayern url: https://www.bund-naturschutz.de/wald/reichswald accessedAt: '2026-10-05' - key: s4 title: >- Ohne Waldschutz keine forstliche Nachhaltigkeit (Ralf Petercord, LWF Wissen 72) publisher: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) url: https://www.lfl.bayern.de/mam/cms04/waldschutz/dateien/w72_ohne_waldschutz_keine_forstliche_nachhaltigkeit_bf_gesch.pdf accessedAt: '2026-10-05' - key: s5 title: Stromer, Peter (I) der Ältere (NDB 25, 2013, Joachim Hamberger) publisher: Deutsche Biographie (Neue Deutsche Biographie) url: https://www.deutsche-biographie.de/sfz128901.html accessedAt: '2026-10-05' disputed: - claim: Gesäte Baumarten positions: - value: Tannen, Fichten und Kiefern source: s4 - value: Kiefern source: s3 - value: vor allem Tannen und Föhren, aber auch Birken source: s2 - value: Fichten und Kiefern, vermutlich auch Tannen source: s5 resolution: >- Die Quellenlage gibt die Art nicht sicher her: Nach Eißing stand „Tannen“ oft für Nadelholz überhaupt, und Angaben zu Tanne, Fichte und Föhre stammen aus Überlieferungen des 15. Jahrhunderts. Kiefer oder Föhre nennen alle Quellen. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: umwelt)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-05' --- Zu Ostern 1368 begann der Nürnberger Patrizier Peter Stromer bei Lichtenhof im südlichen Lorenzer Wald, Wald zu säen.[^s2] Nach der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft entwickelte er 1368 eine erfolgreiche Technik der Waldsaat.[^s1] Ralf Petercord beschreibt sie als die erste Nadelholzsaat im Nürnberger Reichswald.[^s4] Die Fläche betrug nach der Überlieferung „fil hundert morgen“; bekannt ist das aus dem „Püchel von meinem geslecht und von abenteur“, das Stromers Bruder Ulman um 1390 schrieb.[^s2] Die Wälder um die Reichsstadt waren schon im 14. Jahrhundert durch den Holzbedarf der Stadt und ihres Gewerbes stark belastet.[^s1] 1309 befahl Kaiser Heinrich VII. den Nürnbergern, den verwüsteten Reichswald „wieder zu Wald zu machen“.[^s2] Stromer (um 1310 bis 1388) gehörte zu den Hauptherren des Handelshauses Stromer, das Fernhandel, Bergbau und Hüttenwesen betrieb und zeitweise der größte Holzbezieher aus dem Reichswald war.[^s1] Der BUND Naturschutz nennt als Beweggrund puren Eigennutz: Stromer habe Holz für sein Gewerbe gebraucht.[^s3] Nach der Landesanstalt wurden bald in ganz Europa verwüstete Wälder nach Art der Nürnberger Tannensäer neu begründet.[^s1] 1457 ließ Kaiser Friedrich das Steinfeld bei Wien mit Nürnberger Samen aufforsten.[^s2] Eißing hält Stromer für den Begründer der modernen Forstwirtschaft.[^s2] Der BUND Naturschutz schreibt ihm zugleich den Grundstein für die Monokulturen zu, die den Reichswald bis heute prägen.[^s3] Welche Bäume gesät wurden, geben die Quellen unterschiedlich an: Petercord nennt Tannen, Fichten und Kiefern,[^s4] der BUND Naturschutz nur Kiefern.[^s3] Nach Eißing ließ Stromer bis zu seinem Tod vor allem Tannen und Föhren, aber auch Birken säen.[^s2] Eißing gibt aber zu bedenken, dass „Tannen“ häufig für Nadelholz überhaupt stand; aus dem Wort „Tannensäer“ folge nicht, dass Tannensamen ausgebracht wurden.[^s2] Die Neue Deutsche Biographie nennt Fichten und Kiefern als durch die Quellen belegt, Tannen nur als vermutet.[^s5] Beim Jahr weicht die Zeittafel des BUND Naturschutz mit 1386 von seinem eigenen Fließtext ab, der 1368 nennt.[^s3] Ende der Datei: 5 Quellen.