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  "title": "Peter Stromer sät 1368 im Nürnberger Reichswald Nadelholz",
  "date": "1368-01-01",
  "summary": "Zu Ostern 1368 begann der Nürnberger Patrizier Peter Stromer, im übernutzten Reichswald Wald zu säen. Mit seiner Nadelholzsaat wurden bald auch andernorts verwüstete Wälder neu begründet; im Reichswald legte sie den Grund für die Kiefernbestände.",
  "body": "Zu Ostern 1368 begann der Nürnberger Patrizier Peter Stromer bei Lichtenhof im südlichen Lorenzer Wald, Wald zu säen.[^s2] Nach der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft entwickelte er 1368 eine erfolgreiche Technik der Waldsaat.[^s1] Ralf Petercord beschreibt sie als die erste Nadelholzsaat im Nürnberger Reichswald.[^s4] Die Fläche betrug nach der Überlieferung „fil hundert morgen“; bekannt ist das aus dem „Püchel von meinem geslecht und von abenteur“, das Stromers Bruder Ulman um 1390 schrieb.[^s2]\n\nDie Wälder um die Reichsstadt waren schon im 14. Jahrhundert durch den Holzbedarf der Stadt und ihres Gewerbes stark belastet.[^s1] 1309 befahl Kaiser Heinrich VII. den Nürnbergern, den verwüsteten Reichswald „wieder zu Wald zu machen“.[^s2] Stromer (um 1310 bis 1388) gehörte zu den Hauptherren des Handelshauses Stromer, das Fernhandel, Bergbau und Hüttenwesen betrieb und zeitweise der größte Holzbezieher aus dem Reichswald war.[^s1] Der BUND Naturschutz nennt als Beweggrund puren Eigennutz: Stromer habe Holz für sein Gewerbe gebraucht.[^s3]\n\nNach der Landesanstalt wurden bald in ganz Europa verwüstete Wälder nach Art der Nürnberger Tannensäer neu begründet.[^s1] 1457 ließ Kaiser Friedrich das Steinfeld bei Wien mit Nürnberger Samen aufforsten.[^s2] Eißing hält Stromer für den Begründer der modernen Forstwirtschaft.[^s2] Der BUND Naturschutz schreibt ihm zugleich den Grundstein für die Monokulturen zu, die den Reichswald bis heute prägen.[^s3]\n\nWelche Bäume gesät wurden, geben die Quellen unterschiedlich an: Petercord nennt Tannen, Fichten und Kiefern,[^s4] der BUND Naturschutz nur Kiefern.[^s3] Nach Eißing ließ Stromer bis zu seinem Tod vor allem Tannen und Föhren, aber auch Birken säen.[^s2] Eißing gibt aber zu bedenken, dass „Tannen“ häufig für Nadelholz überhaupt stand; aus dem Wort „Tannensäer“ folge nicht, dass Tannensamen ausgebracht wurden.[^s2] Die Neue Deutsche Biographie nennt Fichten und Kiefern als durch die Quellen belegt, Tannen nur als vermutet.[^s5] Beim Jahr weicht die Zeittafel des BUND Naturschutz mit 1386 von seinem eigenen Fließtext ab, der 1368 nennt.[^s3]",
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      "title": "Der Nürnberger Reichswald – Wiege der Forstwirtschaft (Thomas Eißing), in: Der Reichswald. Holz für Nürnberg und seine Dörfer, 2013",
      "publisher": "Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim / Otto-Friedrich-Universität Bamberg",
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      "title": "Ohne Waldschutz keine forstliche Nachhaltigkeit (Ralf Petercord, LWF Wissen 72)",
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      "title": "Stromer, Peter (I) der Ältere (NDB 25, 2013, Joachim Hamberger)",
      "publisher": "Deutsche Biographie (Neue Deutsche Biographie)",
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      "note": "Fast dreihundert Jahre später ruft Evelyn in England dazu auf, Bäume zu säen und zu pflanzen."
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      "note": "Auch Carlowitz antwortet auf Holzmangel durch Bergbau und Hütten, aber mit einem Buch statt einer Saat."
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      "note": "Den Waldbau, der bei Stromer mit der Saat begann, lehrte Cotta ab 1811 in Tharandt als Fach."
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      "resolution": "Die Quellenlage gibt die Art nicht sicher her: Nach Eißing stand „Tannen“ oft für Nadelholz überhaupt, und Angaben zu Tanne, Fichte und Föhre stammen aus Überlieferungen des 15. Jahrhunderts. Kiefer oder Föhre nennen alle Quellen."
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    "title": "Umwelt"
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    "title": "Wald und Nachhaltigkeit"
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      "title": "Heinrich Cotta bringt 1811 seine Forstlehranstalt nach Tharandt",
      "note": "Waldbau beginnt bei der Saat; Tharandt machte vierhundert Jahre nach Stromer eine Wissenschaft daraus."
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      "title": "Hans Carl von Carlowitz fordert 1713 eine „nachhaltende Nutzung“ des Waldes",
      "note": "Mehr als dreihundert Jahre vor dem Buch war in Nürnberg schon Wald gesät worden."
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      "title": "Edward I. verbietet um 1306/07 in London das Verbrennen von Seekohle",
      "note": "Auf dieselbe Holzknappheit, die London zur Seekohle trieb, antwortete Stromer mit der Waldsaat."
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  "creditText": "Footnoted — footnoted.net",
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