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Lukians „Wahre Geschichten“ schicken ein Schiff zum Mond

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ZeitalterAltertum

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Im 2. Jahrhundert erzählt Lukian von Samosata in den „Wahren Geschichten“, wie ein Wirbelsturm ein Schiff zum Mond trägt. Die Reise ist eine Parodie auf die Wundergeschichten antiker Dichter, Geschichtsschreiber und Philosophen.

In den „Wahren Geschichten“ des Lukian von Samosata hebt ein Wirbelsturm ein Schiff samt Besatzung aus dem Meer in die Luft, und ein Wind in den Segeln trägt es weiter bis zum Mond.135 Lukian stammte aus Samosata am Euphrat.4 Seine Geburt datieren die Quellen auf um 1204 oder um 125,3 gestorben ist er um 180.3 Das Werk entstand im 2. Jahrhundert.23

Sieben Tage und Nächte treibt das Schiff durch die Luft, am achten Tag sehen die Reisenden ein großes, leuchtendes Land wie eine Insel am Himmel.31 Wie hoch der Sturm das Schiff hebt, geben die Übersetzungen verschieden an: Francklin schreibt von mehr als dreitausend Stadien, Sidwell von etwa dreihundert.13 Auf dem Mond herrscht Endymion, der im Schlaf von der Erde entrückt wurde.1 Er führt Krieg mit Phaethon, dem König der Sonne, weil dieser eine Kolonie auf dem Morgenstern verhindert hat.14 Im Friedensvertrag einigen sich beide Seiten, den Morgenstern gemeinsam zu besiedeln.3

Lukian kündigt die Erzählung als Parodie auf Dichter, Geschichtsschreiber und Philosophen an, die Wundergeschichten verbreitet hätten.23 Ausdrücklich nennt er unter anderen Ktesias von Knidos und Iambulos.1 Im Totenreich lässt er Ktesias und Herodot für ihre Lügen büßen.1

Aaron Parrett hält die „Wahren Geschichten“ für die erste ausführliche Schilderung einer Mondreise in der westlichen Literatur; einige zählten sie auch zu den frühesten Science-Fiction-Erzählungen.2 Oliver Tearle spricht vorsichtiger von Proto-Science-Fiction, weil Lukian für seine fliegenden Schiffe keine wissenschaftliche Grundlage gebe.5 Die Encyclopædia Britannica von 1911 sieht in dem Werk die Anregung für Swifts „Gullivers Reisen“ und für Cyrano de Bergeracs Mondreise.4

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