Jules Verne schickt 1865 in einem Roman drei Männer mit einer Kanone zum Mond
1865 erschien Jules Vernes Roman „De la Terre à la Lune“, in dem ein Club in Baltimore ein bemanntes Geschoss zum Mond schießt. Spätere Raketenpioniere nannten Verne als Anregung.
Vom 14. September bis zum 14. Oktober 1865 erschien Jules Vernes Roman „De la Terre à la Lune“ als Fortsetzung im Journal des Débats politiques et littéraires.1 Das Centre international Jules Verne nennt für den Zeitungsdruck September und Oktober 1865 und für die Buchausgabe bei Pierre-Jules Hetzel den 25. Oktober 1865.2 Im Mittelpunkt stehen Impey Barbicane, Präsident des Gun-Clubs von Baltimore, und der Artillerist Nicholl, die gemeinsam ein Geschoss zum Mond schicken wollen.2 Abgefeuert wird es aus einer Kanone namens Columbiad in Florida, an Bord sitzen drei Männer: Ardan, Barbicane und Nicholl.5 Den Platz dafür wählt Barbicane bei Tampa Town; der Roman nennt die Anhöhe Stones Hill.7
Verne lässt seine Figuren rechnen: Ein Geschoss mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 12.000 Yards pro Sekunde, rund elf Kilometern pro Sekunde, müsse den Mond erreichen.5 Nach der Encyclopedia of Science Fiction hielt die Wissenschaft jener Zeit Kanonen jedoch nicht für ein Mittel, ins All zu gelangen.1 Das National Air and Space Museum hält fest, dass schon die frühen Raumfahrtpioniere wussten, dass die Beschleunigung Vernes Reisende zerquetscht hätte.3 Space.com begründet es damit, dass ein aus einer Kanone abgefeuertes Geschoss fast schlagartig beschleunigt wird.4
Die Fortsetzung „Autour de la Lune“ erschien vom 4. November bis zum 8. Dezember 1869 in derselben Zeitung und 1870 als Buch.1 Space.com nennt dafür 1869,4 Kirkus Reviews 1870.6 Nach dem National Air and Space Museum schöpften die frühen Visionäre der Raumfahrt aus der Science-Fiction, vor allem aus Jules Verne.3 Konstantin Ziolkowski las die Bücher nach Kirkus Reviews als Student und sagte, Verne habe ihn aufgerüttelt („startled my brain“); Hermann Oberth lernte beide Romane auswendig.6 Auf dem Rückflug von Apollo 11 erinnerte Neil Armstrong 1969 an Vernes Buch über eine Reise zum Mond.4
Siehe auch
- Konstantin Ziolkowski veröffentlicht seine Theorie des Raketenflugs im Weltraum 1903 Ziolkowski las Verne als Student und rechnete später aus, was eine Rakete statt einer Kanone leisten muss.
- Hermann Oberth veröffentlicht 1923 „Die Rakete zu den Planetenräumen“ 1923 Oberth kannte Vernes Mondromane auswendig, bevor er den Flug selbst durchrechnete.
- Mit Apollo 11 landen am 20. Juli 1969 erstmals Menschen auf dem Mond 1969 Auf dem Rückflug von Apollo 11 erinnerte Armstrong an Vernes Roman.
- Mit Artemis II fliegen erstmals seit 1972 wieder Menschen zum Mond 2026 Space.com stellte Vernes Roman neben diese Mission, die wieder Menschen um den Mond führte.
Hierher verwiesen
- Hermann Oberth veröffentlicht 1923 „Die Rakete zu den Planetenräumen“ 1923 Oberth kannte Vernes Mondromane auswendig; Verne hatte den Flug noch mit einer Kanone gerechnet.
- Cyrano de Bergeracs Erzähler fliegt 1657 per Rakete zum Mond 1657 Zwei Jahrhunderte später schickt Verne seine Reisenden mit einer Kanone statt mit Raketen zum Mond.
- Johannes Keplers Mondreise „Somnium“ erscheint 1634 nach seinem Tod 1634 Zwei Jahrhunderte später schickt ein Roman wieder Menschen zum Mond, nun mit einer Kanone statt eines Geistes.
- Lukians „Wahre Geschichten“ schicken ein Schiff zum Mond 150 Tearle zählt Vernes Mondroman zu den Werken, für die Lukian den Boden bereitete.