Konstantin Ziolkowski veröffentlicht seine Theorie des Raketenflugs im Weltraum
1903 veröffentlichte der russische Lehrer Konstantin Ziolkowski einen Aufsatz, der die Bewegung von Raketen im Weltraum mathematisch beschrieb. Weil das Heft fast vollständig beschlagnahmt wurde, datiert ein Teil der Literatur die Veröffentlichung erst auf 1911/12.
1903 veröffentlichte der russische Schullehrer Konstantin Ziolkowski einen Aufsatz über die Erforschung des Weltraums mit Rückstoßgeräten.1,2 Nach HistoryofInformation.com erschien er im Mai 1903 in Heft 5 der Zeitschrift Nauchnoe Obozrenie.2 Nach dem Dictionary of Scientific Biography, das die Seite zitiert, legte Ziolkowski darin seine Theorie der Raketenbewegung dar, begründete die Möglichkeit der Raumfahrt mit Raketen und leitete die grundlegenden Flugformeln her.2 Er schlug flüssige Treibstoffe vor, um größere Reichweiten zu erreichen.1 Geschwindigkeit und Reichweite einer Rakete seien, so Ziolkowski, nur durch die Ausströmgeschwindigkeit der Gase begrenzt.1
Die nach ihm benannte gilt dem New Mexico Museum of Space History als Grundsatz, auf dem die Raumfahrt bis heute aufbaut.3 Ziolkowski arbeitete nicht an einer Hochschule: 1892 wurde er an eine Schule in Kaluga versetzt, wo er neben dem Unterricht zur Raumfahrt und Luftfahrt forschte.5,3 Seine Arbeit ging den ersten Veröffentlichungen von Robert Esnault-Pelterie (1913) und Robert Goddard (1919) voraus.2 Nach dem Raketenhistoriker Frank Winter wurde fast die gesamte Auflage des Mai-Hefts beschlagnahmt, weil darin auch ein politisch umstürzlerischer Beitrag stand.2
Einen zweiten Teil druckte die Zeitschrift Vestnik Vozdukhoplavaniya 1911 und 1912 in zehn Heften.2 In einer eigenen Broschüre von 1914 schrieb Ziolkowski, die früheren Arbeiten seien nicht mehr zu bekommen und er besitze selbst nur noch ein Exemplar.2 Die Encyclopedia of World Biography stellt es anders dar: Ziolkowski habe den Aufsatz 1903 abgeschlossen, gedruckt worden sei er erst 1911 und 1912 im Aeronautical Courier.4 Nach HistoryofInformation.com waren seine Schriften in den 1920er-Jahren auch deutschen Raketenforschern bekannt.2 Die NASA schreibt, Ziolkowski werde als Vater der modernen Raumfahrt bezeichnet.1
Siehe auch
- Die Sowjetunion bringt mit Sputnik 1 den ersten künstlichen Satelliten in eine Erdumlaufbahn 1957 Vierundfünfzig Jahre nach dem Aufsatz bringt eine Rakete den ersten Satelliten in die Umlaufbahn.
Hierher verwiesen
- Die Sowjetunion bringt mit Sputnik 1 den ersten künstlichen Satelliten in eine Erdumlaufbahn 1957 Die Theorie des Raketenflugs, die dem Start um ein halbes Jahrhundert vorausging.
- Robert Goddard startet am 16. März 1926 die erste Flüssigkeitsrakete 1926 Eine frühere Rechnung zur Rakete, die den Flug ins All auf dem Papier begründete.
- Hermann Oberth veröffentlicht 1923 „Die Rakete zu den Planetenräumen“ 1923 Eine frühere Schrift, die die Rakete ebenfalls zuerst als Rechenaufgabe behandelt.
- Nikolai Kibaltschitsch entwirft 1881 in der Haft ein Fluggerät mit Pulverrakete 1881 Ziolkowski soll Kibaltschitsch als seinen bedeutendsten Vorgänger betrachtet haben.
- Jules Verne schickt 1865 in einem Roman drei Männer mit einer Kanone zum Mond 1865 Ziolkowski las Verne als Student und rechnete später aus, was eine Rakete statt einer Kanone leisten muss.