Filter

Die überlieferte Bücherverbrennung unter Qin Shi Huang 213 v. Chr.

Belegt durch 3 unabhängige Quellen

ZeitalterAltertum

Zuletzt geändert am

Nach der Überlieferung ließ Chinas erster Kaiser Qin Shi Huang 213 v. Chr. Bücher verbrennen, ausgenommen Schriften über Medizin, Wahrsagung und Landbau. Wie weit die Darstellung trägt, ist in der Forschung umstritten.

Im Jahr 213 v. Chr. ließ der chinesische Kaiser Qin Shi Huang nach der Überlieferung Bücher verbrennen; im Jahr darauf sollen 460 konfuzianische Gelehrte lebendig begraben worden sein.1 Nach der World History Encyclopedia schlug Li Si die Verbrennung 213 v. Chr. vor, weil konfuzianische Gelehrte das Regime an früheren Dynastien maßen und kritisierten.3 Nach dem Edikt, das Sima Qians Shiji wiedergibt, sollte tätowiert und zum Bau der Großen Mauer geschickt werden, wer seine Bücher nicht binnen dreißig Tagen verbrannt hatte.1 Ausgenommen waren Schriften über Medizin, Wahrsagung, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.1

Als politisch gefährlich galten Li Si nach Wikipedia drei Gattungen: Dichtung, Geschichtsschreibung, besonders die über andere Staaten als Qin, und Philosophie.1 Die Verbrennung sollte die Schriften der Hundert Schulen treffen und den stärken, die Staatslehre der Qin.1 Nach der Überlieferung mauerte der Gelehrte Fu Sheng das Buch der Urkunden (Shangshu) in die Wand seines Hauses ein; als es einige Jahrzehnte später hervorgeholt wurde, waren nur 28 Kapitel erhalten.2 Diese Fassung in Kanzleischrift hieß später Neutext, ältere Fassungen in Siegelschrift hießen Alttext, und aus dem Gegensatz wurde ein langer Streit zwischen den Schulen beider Texte.2

Die Sinologie bezweifelt die Darstellung: Nach Michael Nylan hält die Legende einer genauen Prüfung nicht stand.1 Han-Gelehrte hätten den Qin die Vernichtung der Fünf Klassiker auch vorgeworfen, um den besiegten Staat herabzusetzen.1 Am Ende der Qin-Zeit verbrannten zudem die Archive des Epang-Palastes.1 Die World History Encyclopedia zitiert Will Durant mit dem Urteil, das einzige bleibende Ergebnis sei gewesen, den verbotenen Schriften den Anschein des Heiligen zu geben.3

Siehe auch