Die Haager Landkriegsordnung begrenzt die Mittel des Krieges
Am 18. Oktober 1907 nimmt die zweite Haager Friedenskonferenz das Abkommen über die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs an. Sein Kernsatz ist eine Schranke: Das Recht der Kriegführenden, den Gegner zu schädigen, ist nicht unbegrenzt.
Am 18. Oktober 1907 nahm die zweite Haager Friedenskonferenz das "Abkommen betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs" an;1,4 in Kraft trat es am 26. Januar 1910.1 An der Konferenz, die das Abkommen beschloss, nahmen 44 Staaten teil4, darunter Deutschland, die Vereinigten Staaten, Österreich-Ungarn, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Russland.2 Es baute auf dem Abkommen der ersten Konferenz von 1899 auf.3
Artikel 22 der angehängten Ordnung: Das Recht der Kriegführenden, sich der Mittel zur Schädigung des Feindes zu bedienen, ist nicht unbegrenzt.1 Artikel 23 nennt, was besonders verboten ist — darunter Gift, meuchlerische Tötung, der Angriff auf einen Gegner, der sich ergeben hat, die Erklärung, es werde kein Pardon gegeben, Waffen, die überflüssige Leiden verursachen, und der Missbrauch der Parlamentärflagge.1
Geregelt sind außerdem der Status von Kriegsgefangenen und das Verhalten in besetztem Gebiet.1 Gefangene sind menschlich zu behandeln und behalten ihr persönliches Eigentum außer Waffen, Pferden und Schriftstücken militärischen Inhalts.2 Artikel 46 schützt Leben, Privateigentum und religiöse Überzeugungen; Artikel 47 verbietet die Plünderung ausdrücklich.1
Dazu kommt ein Satz der Präambel: Für Fälle, die die Ordnung nicht regelt, bleiben Bevölkerung und Kriegführende unter dem Schutz der Grundsätze des Völkerrechts, wie sie sich aus den Gebräuchen gesitteter Völker, den Gesetzen der Menschlichkeit und den Forderungen des öffentlichen Gewissens ergeben.1 Zusammen mit den Genfer Abkommen bildet die Haager Landkriegsordnung seither eine der tragenden Säulen des humanitären Völkerrechts.3
Siehe auch
- Zwölf Staaten unterzeichnen die erste Genfer Konvention 1864 Dort geht es um die Verwundeten, hier um die Mittel, die zu ihnen führen.
- Der Internationale Militärgerichtshof verkündet die Nürnberger Urteile 1946 Vierzig Jahre später wurde der Bruch dieser Regeln erstmals persönlich geahndet.
Hierher verwiesen
- Genfer Konventionen 1949: Vier Abkommen schützen auch Zivilisten 1949 Die Haager Regeln zur Kriegführung, neben denen das Genfer Recht den Schutz der Opfer regelt.
- Der Internationale Militärgerichtshof verkündet die Nürnberger Urteile 1946 Die Regeln, deren Bruch hier zum ersten Mal persönlich geahndet wurde.
- Genfer Protokoll verbietet 1925 Giftgas, nicht aber dessen Besitz 1925 Das ältere Verbot von Gift, das den Einsatz von Gas aus Flaschen nicht erfasste.
- Gasangriff bei Ypern: Deutsche Armee setzt 1915 Chlorgas ein 1915 Die Regeln, deren Wortlaut der Angriff ausnutzte.
- Zwölf Staaten unterzeichnen die erste Genfer Konvention 1864 Dort geht es nicht um die Verwundeten, sondern um die Mittel des Krieges selbst.
- Die Pariser Seerechtsdeklaration schafft die Kaperei ab 1856 Ein halbes Jahrhundert später wird für den Landkrieg kodifiziert, was hier für die See begann.
- Medien 1.600 Bände — die kleinste Bibliothek in Timbuktu 1591 Was 1591 Kriegsbeute war, ist seit 1907 völkerrechtlich geschützt.