Tagebuch des Merer protokolliert Steinfahrten zur Cheops-Pyramide
Das Tagebuch des Merer ist das Logbuch einer Mannschaft, die im 26. Jahrhundert v. Chr. Kalkstein für die Cheops-Pyramide nach Gizeh brachte. Pierre Tallet fand die Papyri 2013 im Hafen von Wadi al-Dscharf am Roten Meer.
Bei Grabungen im Hafen von Wadi al-Dscharf am Roten Meer kamen 2013 Hunderte Papyrusfragmente aus dem Ende der Regierung des Cheops zutage; gefunden hat sie der Archäologe Pierre Tallet.1,4 Ein Teil davon sind die Logbücher des Inspektors Merer, dessen Mannschaft Kalksteinblöcke aus den Steinbrüchen von Tura zur Großen Pyramide in Gizeh brachte, die damals noch im Bau war.1,2 Das Tagebuch stammt aus den letzten Jahren des Cheops, wahrscheinlich um 2570 v. Chr.4 Cheops regierte etwa von 2580 bis 2550 v. Chr.,3 eine andere Quelle setzt die Papyri um 2500 v. Chr. an.6 Guinness World Records führt das Tagebuch als ältestes erhaltenes Papyrusdokument,4 Tallet selbst nennt den Fund das älteste bisher in Ägypten gefundene Papyrusarchiv.1
Die Aufzeichnungen umfassen wahrscheinlich die Monate Juli bis November des Jahres nach der 13. Zählung unter Cheops.1 Tallet setzt dieses Jahr als 26. Regierungsjahr an,1 The History Blog als 27.,3 die Rezension in The Past lässt beides offen.5 Am 25. Tag eines Abschnitts etwa verbringt Merer den Tag mit seiner Mannschaft beim Schleppen von Steinen in Tura und übernachtet in Tura-Nord.1 Im Mittel schafften Merer und seine zwei Hin- und Rückfahrten zwischen Tura und Gizeh in zehn Tagen.1
Wie groß die Mannschaft war, ist strittig: Tallet schließt aus der monatlichen Brotration auf etwa 40 Mann,1 National Geographic und The History Blog nennen rund 200.2,3 Diese Ration, 40 Säcke Brot von knapp einer Tonne Gewicht, holte jemand für die Mannschaft in Heliopolis ab.1 Die Zahl 200 nannten Tallet und Gregory Marouard 2014 in einem Aufsatz.7 Neben den Logbüchern enthält der Fund Abrechnungen über Lebensmittel, die an die Arbeiter geliefert wurden.1,3 Die Papyri nennen auch Anchhaf, einen Halbbruder des Königs, der damals Wesir war und alle Arbeiten des Königs leitete, also auch die Pyramidenbaustelle.1,3 Teile des Tagebuchs und der Abrechnungen waren erstmals im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt,3 2016 in einer eigenen Ausstellung zu Wadi al-Dscharf.6
Siehe auch
- Die Bauabrechnungen des Erechtheion zahlen Bürgern, Metöken und Sklaven denselben Lohn 408 v. Chr. Auch in Athen führte der Bauherr Buch über die Arbeit an einem Staatsbau, rund zwei Jahrtausende später.
- Im 12. Jahrhundert v. Chr. streiken die Grabarbeiter von Deir el-Medina um ausbleibende Rationen 1157 v. Chr. Auch die Arbeiter an den Königsgräbern wurden in Rationen versorgt; als die ausblieben, streikten sie.
- Bauen und Städte Im 27. Jahrhundert v. Chr. entsteht in Sakkara die Stufenpyramide des Djoser, Ägyptens erste Pyramide 2650 v. Chr. Die erste ägyptische Pyramide, ein Jahrhundert vor der Baustelle, für die Merers Mannschaft Steine fuhr.
Hierher verwiesen
- Terrakotta-Armee: Stempel auf den Figuren nennen ihre Werkstätten 246 v. Chr. Ein anderer Bau für einen Herrscher, dessen Arbeit eine schriftliche Spur hinterließ.
- Persepolis-Täfelchen verbuchen ab 509 v. Chr. Arbeiterrationen 509 v. Chr. Zwei Jahrtausende früher führte eine ägyptische Mannschaft Buch über ihre Arbeit für den König.
- Abwesenheitsliste aus Deir el-Medina nennt Gründe für Fehltage 1250 v. Chr. Auch dort führte jemand Buch über eine Mannschaft beim Bau für den König, rund 1.300 Jahre früher.
- Raumfahrt Cheops-Pyramide: Schächte als Weg zu den Sternen gedeutet 2500 v. Chr. Das Tagebuch eines Aufsehers, der Steine für den Bau dieser Pyramide transportieren ließ.
- Heit el-Ghurab beherbergt die Arbeiter der Pyramiden von Gizeh 2532 v. Chr. Merers Mannschaft brachte Steine für die Cheops-Pyramide, für deren Bau die Stadt vielleicht schon bestand.
- Glockentöpfe aus Uruk gelten als Rationsschalen für Arbeiter 3500 v. Chr. Fast tausend Jahre später halten Abrechnungen am Bau in Ägypten fest, was die Arbeiter bekamen.
- Spiennes: Bauern fördern ab etwa 4300 v. Chr. Feuerstein 4300 v. Chr. Auch dort wurde Gestein gebrochen und weit gebracht, nun für einen Staatsbau und mit Protokoll.